"Religion hat für uns endlich etwas Positives"

Sie erzählen von ihrer Flucht, von den Strapazen und Qualen, die sie auf sich genommen haben, um endlich in Freiheit leben zu können. Zwei von ihnen sind Shiva und Shayan, beide 26 Jahre alt, aus Isfahan. Die beiden liebten sich schon in ihrer Heimat, doch Shivas Vater befahl seiner Tochter den Cousin zu heiraten. Als sie sich widersetzte, wurde der Vater gewalttätig. Die beiden flüchteten, bekamen ein wenig finanzielle Hilfe von seinen Eltern, zu denen sie auch jetzt noch Kontakt haben. Noch heute leidet Shiva unter den Folgen der Gewalt - nicht nur körperlich. „Es ist so schön, jetzt den Wind in meinen Haaren spüren zu können“, lässt sie ihren Freund übersetzen – ein Satz, der so unendlich viel aussagt über ihre neue Freiheit.

 

„Ihr Vater darf nicht wissen, wo wir sind. Er würde uns verfolgen“, sagt Shayan auf gutem Deutsch. Er hat in den vergangenen fünf Monaten, so gut es eben geht, die deutsche Sprache gelernt. Er versteht beinah alles, kann sich ausdrücken. Shiva übt noch das Sprechen, versteht aber viel. Auf einen Deutschkurs warten sie alle sehnsüchtig.

 

„Endlich Kinder haben“, das ist ein großer Wunsch von Abbas (38) und Afsaneh (39). Im Iran wollten sie nicht Eltern werden, ihre Kinder sollten in Freiheit aufwachsen. Beide sind gut ausgebildet, haben bei einer großen Versicherung im Iran gearbeitet. Doch mit arabischen Wurzeln und einer kritischen Haltung gegenüber dem Regime, war ein Leben in Freiheit nicht denkbar. Beide fühlten sich schon immer dem Christentum nahe, hatten Fragen, wollten so viel mehr darüber wissen.

Und dann ist da noch Rezgar, ein 43 Jahre alter Architekt, dessen Vater vom Mullah-Regime hingerichtet wurde. Rezgar lebte in ständiger Gefahr, hätte im Iran seinen Beruf niemals ausüben dürfen.

 

„Hier habe ich zum ersten Mal gespürt, dass Religion etwas Positives ist, mir Kraft gibt“, antwortet Shayan auf die Frage nach der Taufe. Sie seien in Volkmarsen angekommen und hätten sehr viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt. Besonders eingesetzt für die Geflüchteten habe sich eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Warum sie das alles tue, habe sie der 26-jährige Iraner gefragt – „Weil wir helfen wollen und weil wir Christen sind“, lautete ihre Antwort.

 

Unterstützung haben Abbas, Afsaneh, Rezgar, Shiva und Shayan auch vom ersten Tag an von der evangelischen Gemeinde und von Pfarrerin Britta Holk bekommen. In vielen Gesprächen konnte Afsaneh endlich ihre Fragen zum Christentum stellen, bekam, wie auch alle anderen, von Pfarrerin Britta Holk eine Bibel auf persisch. Ihr Mann Abbas spricht mittlerweile im fast akzentfreien Deutsch das „Vaterunser“. Und in den Gottesdiensten ließen sie die Sprachaufnahme am Handy mitlaufen, um die Predigt anschließend, im kleinen Kreis, ins Persische zu übersetzen. Bei den Gesprächen halfen von Anfang an Ahmad und Rogayeh. Das Paar aus dem Iran lebt seit gut acht Jahren in Deutschland und beherrscht die Sprache fließend.

Und so reifte bei allen fünf Geflüchteten bald der Wunsch, getauft zu werden. Warum? Pfarrerin Britta Holk: „Das Gottesbild im Christentum ist ein komplett anderes – nicht angsteinflößend, verbunden mit menschenverachtenden Repressalien. Der christliche Gott ist freundlich und gütig.“ Shayan fügt hinzu: „Menschen sind bei uns nur Männer. Frauen gehören nicht dazu.“

 

Es folgten viele Treffen im Vorfeld der Taufe und der 1. Januar erschien allen Beteiligten als das passende Datum. Ein neues Jahr – ein neuer Lebensabschnitt. „Ich habe für jeden einen passenden Taufspruch herausgesucht, bis auf den von Afsaneh. Sie hat selber so lange in der Bibel gesucht, bis sie den passenden hatte“, lächelt Britta Holk. 

Nach dem Taufgottesdienst wurde die ganze Gemeinde eingeladen, zu Safrantee und Baklava. „Alle waren sehr, sehr freundlich“, sagt Shayan.

 

Eine letzte Frage allerdings habe ich noch in die Runde: Wie ist die Lage im Iran jetzt? Kann sich dort etwas ändern?

„Nein, nie“, sagt jetzt auch Shiva auf Deutsch. Und bei ihr und Afsaneh laufen Tränen. Eine ihrer Freundinnen wurde bei den Protesten getötet, und auch ein Freund von Shiva und Shayan soll hingerichtet werden. „Wir beten für unser Heimatland Iran an jedem Tag. Das ist das erste, und das letzte, was wir tun“, lässt Afsaneh übersetzen.

 



Die "Barber Angels" zu Gast in der Johanneskirche

„Es war auch ein Spagat, ausgerechnet zum Ewigkeits – oder Totensonntag, den Termin mit den Barber Angels anzubieten“, sagt die Korbacher Pfarrerin. Sie zog bereits im vorangegangenen Gottesdienst einen gelungenen Bogen zu den „Engeln“ und stellte der Gemeinde diese Initiative vor. Denn geschnitten wurde dort, wo zuvor gebetet und gesungen und an die Verstorbenen erinnert wurde.

 

Bei einem kurzen Gespräch mit dem Regionalleiter der Barber Angels, „Centurio Freddy“, alias Serdal Aslar aus Kaufungen, wird  klar: Diese Friseurinnen und Friseure brennen für das, was sie tun und wissen, wie viel ein frischer Haarschnitt ausmacht, wie viel Selbstsicherheit er geben kann.

 

„Wir wollen etwas Gutes tun, einen Teil, von dem, was wir können, an bedürftige Menschen weitergeben“, sagt Aslar und man merkt ihm an, wie wichtig ihm dieser Gedanke ist.

„Wissen Sie“, sagt er, „normalerweise unterhält man sich im Salon mit den Kunden über Mode, über das Fernsehprogramm des Abends oder übers Wetter. Wenn wir mit den Barber Angels unterwegs sind, spielen existentielle Dinge eine Rolle: Wohnungs- und Arbeitssuche und Armut.“

 

Für viele Bedürftige biete der Besuch bei den Barber Angels die Möglichkeit, über sich

selbst zu reden. „Das alles erdet einen“, sagt Aslar. Neues Selbstbewusstsein sei das eine, was ein neuer Haarschnitt hervorbringe, nicht wenige hätten nach dem Friseurbesuch bei den Engeln sogar einen neuen Job gefunden oder die lang ersehnte Wohnung.

 

Die Initiative zur Gründung der „Barber Angels Brotherhood“ ging von Friseurmeister Claus Niedermaier aus, der im oberschwäbischen Biberach einen eigenen Friseursalon betreibt. Nach einem Fernsehbericht über obdachlose Menschen entwickelte er mit einem befreundeten Kollegen daraufhin das Konzept der Barber Angels und gründete im November 2016 den Klub, der Ende 2017 ein eingetragener Verein wurde.

 

Weit über 400 Mitglieder hat der Verein in der Zwischenzeit, nicht nur in ganz Deutschland, auch in Österreich, Spanien, Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz.

 

Zu dem Termin in Korbach reisten allein neun Friseurinnen und Friseure und vier Helferinnen an. Den weitesten Weg hatte Kiki aus Hannover, aber auch Kolleginnen aus Hannoversch Münden, Bebra, Grifte oder Fritzlar waren dabei. Sie alle nutzen ihre freien Sonntage, um bedürftigen Menschen die Haare zu schneiden.

 

Unterstützt wurden sie von Konfirmandinnen und Konfirmanden. Suppe, Brote und Kuchen hatten das Korbacher Restaurant “Ein-Topf“ und die Lichtenfelser Bäckerei von Dirk Weber spendiert. „Ihnen allen sagen wir ganz herzlichen Dank“, betont Pfarrerin Sonja Lessing-Rümpler.

 

Und auch die Friseure hatten noch kleine Tüten für ihre Kundschaft mitgebracht, mit Schoko-Nikoläusen, Orangen oder auch Shampoo. Dank der Spenden der Vereinsmitglieder ist auch dies möglich. Denn natürlich müssen auch die Haarpflegeprodukte gekauft werden oder die Waschhauben, die die Hygiene sichern. Denn geschnitten wird nicht nur in Kirchengemeinden, die Friseurinnen packen auch in Bahnhofsmissionen ihre Scheren aus.

Damit diese Aktion keine Eintagsfliege bleibt, wollen die „Barber Angels“ im März erneut nach Korbach in die Johanneskirche kommen. „Wir wollen verlässlich sein, und mit den Menschen eine Vertrautheit aufbauen“, sagt Serdal Aslar. Pfarrerin Sonja Lessing-Rümpler betont: „Wir freuen uns, dass wir als evangelische Stadtkirchengemeinde wieder Angebot schaffen konnten, um bedürftige Menschen ein Stück zu begleiten.“

 

 

 

 



ChurchNight: Einen guten Draht zu Gott bekommen

Ein kleiner Wollfaden zu Beginn, mit dem jeweils zwei Teilnehmerinnen oder Teilnehmer der ChurchNight miteinander verbunden waren, zumindest während des Gottesdienstes – „Hold the Line“ war das Motto des Abends und es entstand bei diesem Event sicher nicht nur eine Verbindung untereinander, sondern auch ein guter Draht zu Gott.

 

Etwa 150 Jugendliche waren der Einladung der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis gefolgt und erlebten einen Abend mit vielen Aktionen, darunter etliche Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem Upland, aus Lichtenfels, aus Korbach und aus Mengeringhausen.

 

Auftakt der ChurchNight 2022 war ein Gottesdienst, gestaltet von und mit den Jugendlichen aus dem Vorbereitungsteam.

„Mit wem wollt ihr unbedingt in Verbindung bleiben“, lautete eine Frage zu Beginn. Die Abstimmung folgte digital per QR-Code für das Handy, das Ergebnis wurde in einem Mentimeter dargestellt: Familie, Freunde und Gott nahmen dabei die vorderen Plätze ein, aber auch so manches Videospiel tauchte darin auf.

 

Durch den Gottesdienst führten in lockerer Manier Clara Nobiling und Dominik Buxan; Musik kam von der Band „Offbeat“ mit Elias und Lara Pohlmann, Luca Meier, Theresa Heine und Claudia Vach. Eine Verbindung zu

Gott versuchte schließlich Sarah Sophia Schmid herzustellen – gar nicht so einfach: Denn Gott ist weder per Handy noch per Mail zu kontaktieren, auch die Accounts auf Instagram oder Facebook fehlen.

 

Die ChurchNight zeigte dann aber allen Jugendlichen sehr deutlich, dass es eher das Miteinander ist, vielleicht auch ein Gebet, Musik, ein gutes Gespräch, die Natur – insgesamt wohl eher Erlebnisse oder bestimmte Situationen, in denen Gott zu finden ist.

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst starteten verschiedene Aktionen in der Kirche und im Gemeindehaus. Und so herrschte dichtes Gedränge an den einzelnen Stationen, an denen man sich im Sumo-Ringen ausprobieren oder sich ein Henna-Tattoo auf die Haut malen lassen konnte. Karaoke mit SingStar, Hits erraten, verschiedene Telefone und Handys nach Jahreszahlen zuordnen oder ein Chaos-Spiel im Altarraum – so viel quirliges Leben gibt es sicher nicht oft in der Kilianskirche.

 

Die ChurchNight macht es möglich und lässt Kirche gerade für Jugendliche zu einem Treffpunkt werden, der rein gar nicht verstaubt oder langweilig daherkommt.

 

Besonders war an diesem Abend sicher auch die Live-Schaltung zur ChurchNight in den Kirchenkreis Eder. Von dort berichteten die Organisatorinnen, wie sie den Draht zu Gott behalten.

Aus vorwiegend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bestand das über 30-köpfige Church-Night-Team, das auch mit frisch überbackenen Sandwichs den kleinen Hunger zwischendurch stillte.

 



Reinald Richber: Von Sachsen nach Sachsenberg

Reinald Richber ist der neue Pfarrer in Sachsenberg, Neukirchen, Münden und Dalwigksthal.Am 6. November, 14 Uhr, wird er offiziell in der Kirche in Sachsenberg in sein Amt eingeführt. Foto: Kleine
Reinald Richber ist der neue Pfarrer in Sachsenberg, Neukirchen, Münden und Dalwigksthal.Am 6. November, 14 Uhr, wird er offiziell in der Kirche in Sachsenberg in sein Amt eingeführt. Foto: Kleine

 

Die vergangenen 20 Jahre war Richber Pfarrer in Sachsen, zehn Jahre in Oelsnitz im Erzgebirgskreis, weitere zehn Jahre im mittelsächsischen Waldheim. „Das war eine sehr schöne Zeit. Aber wenn ich jetzt hier mit dem Rad durch die Landschaft fahre, dann merke ich, wie sehr ich den Wald vermisst habe,“ sagt er. Zuviel Forst fiel in Sachsen dem Bergbau zum Opfer – umso schöner „jetzt wieder die waldreiche Landschaft zu genießen.“

 

 

Herzlich sei er damals in Sachsenberg aufgenommen worden, als er, noch unbekannt, nach dem Schlüssel für die Kirche fragte. Die Freude der Ansprechpartnerin nahm zu, als er sich als potentieller Bewerber für das Pfarramt vorstellte, denn spätestens da witterten die Sachsenberger Erlösung nach der langen Zeit mit der vakanten Pfarrstelle.

 

 

 

Die Regularien waren schnell erledigt und seit Anfang Oktober nun ist Reinald Richber vor Ort und „so langsam habe ich auch alle Kirchenvorstände kennengelernt.“

 

 

Warum ein Umzug ins Waldecker Land angedacht wurde?

 

„Die Eltern meiner Frau wohnen in Frankenau und wir wollten in der Nähe sein“, sagt er.

 

Wohnen wird das Ehepaar allerdings nicht im Pfarrhaus: „Das ist zwar wunderschön, aber für mich und meine Frau mit seinen 350 Quadratmetern einfach viel zu groß. Und gerade in Zeiten wie diesen, kann so ein Gebäude kaum unterhalten, geschweige denn geheizt werden.“

 

Denn was Reinald Richber auf zwei Rädern bewerkstelligen kann, dass nimmt er auch so in Angriff. Kein Wunder also, dass er die erste Erkundungstour nach Lichtenfels mit dem Drahtesel unternahm – und nein, er ist nicht mit dem E-Bike unterwegs, sondern auf einem ganz normalen Tourenrad.

 

Noch stehen in dem Einfamilienhaus am Sachsenberger Ortsrand Berge von Umzugskartons und auch seine Frau Anja erledigt noch die letzten Sachen in Waldheim, aber „spätestens in zwei Wochen wohnen wir komplett hier und freuen uns darauf.“

 

 

 

Drei erwachsene Söhne, im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, hat der neue Sachsenberger Pfarrer, einer ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau in Marburg, seine beiden jüngeren bleiben vorerst in der alten Heimat.

 

Neben dem Radfahren hat Reinald Richber noch eine andere Leidenschaft: Googelt man den Theologen, so fällt auf, es gibt kaum ein Bild von dem Mann ohne Gitarre oder Mundharmonika. Die Musik ist sein Steckenpferd: Er komponiert selbst, meist christliche Lieder, er spielt die Klampfe mit Hingabe und begleitet sich selbst gern dazu auf der Mundharmonika. Auf die Frage nach seiner Lieblingsband oder seinen Lieblingsmusiker antwortet er spontan: „Jethro Tull – die Musik hat mich sicher am meisten geprägt.“

 

Die Menschen in den Gemeinden in Sachsenberg, Neukirchen, Münden und Dalwigksthal jedenfalls können sich freuen. Mit Reinald Richber haben sie einen Pfarrer bekommen, der sicher die Herzen Vieler, musikalisch und theologisch, berühren wird.

 

 

 



Gelungener Auftakt von "Kirchen und Kino"

Premiere im Korbacher Kino „CineK“:

„Die Reihe „Kirchen und Kino“ wird in insgesamt 25 Städten präsentiert, vorwiegend in Westfalen und Niedersachsen. Einzige Stadt in Hessen ist Korbach. Ausgewählt wurden die Filme von der evangelischen und katholischen Filmarbeit. Zur Wahl standen mehr als 30 Filme.

Ziel ist es, herausragende anspruchsvolle Kinofilme zu präsentieren, wobei für diese Filme besonders im Raum der Kirchen geworben wird. Die Berührungspunkte von Kirchen und Kino sind weitaus größer als angenommen, denn zentrale Momente eines jeden Lebens, wie Liebe, Hoffnung, Treue, Hingabe, Vertrauen, Leiden, Sterben, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Lebens- und Liebessehnsucht sind Themen des Films, zugleich aber auch Kernthemen

 

Mit Popcorn, Nachos und Cola begrüßten Thomas Stracke (FeG), Eva Brinke Kriebel (Kirchenkreis) und Robert Gassner (Dekanat Waldeck) die Kinobesucher*innen  zum Auftakt der ökumenischen Filmreihe im Korbacher CineK. Foto: Kleine
Mit Popcorn, Nachos und Cola begrüßten Thomas Stracke (FeG), Eva Brinke Kriebel (Kirchenkreis) und Robert Gassner (Dekanat Waldeck) die Kinobesucher*innen zum Auftakt der ökumenischen Filmreihe im Korbacher CineK. Foto: Kleine

christlichen Glaubens. Gründe genug, dass die Christinnen und Christen und der künstlerisch autonome Film sich gegenseitig wahrnehmen und ihr jeweils eigenes Wissen, wie denn Leben gelingen könnte, ins Gespräch bringen.

Ins Gespräch kommen mit den Kinogängern wollen auch die Vertreterinnen und Vertreter der Filmreihe vor Ort. So gibt es nach jedem gezeigten Streifen die Möglichkeit, gleich im Anschluss im Kino zu diskutieren: Was gibt mir dieser Film mit auf den Weg? Hat sich mein Denken zum Thema verändert? Gibt es Kritikpunkte?

 

„Wer Lust hat, kann einfach nach dem Film noch kurz im Kino bleiben. Das Ganze soll ein Angebot sein, auf keinen Fall ein Muss“, sagt die Dekanin des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg, Eva Brinke-Kriebel. „Diese Filmreihe bietet einmal mehr die Möglichkeit, die Sinne für gesellschaftlich relevante Themen zu schärfen, aber auch Themen in den Fokus zu rücken, die vielleicht nicht jeder auf dem Schirm hat“, betont Brinke-Kriebel.

Dass diese ökumenische Filmreihe auch im „CineK“ gezeigt wird, hat Korbach dem Vorsitzenden des Katholischen

 

Bildungswerks im Dekanat Waldeck e.V, Robert Gassner, zu verdanken. Er hat im Vorfeld der Aktion alle Beteiligten mit ins Boot geholt. „Eine gute Chance Menschen zusammenzubringen und die Möglichkeit zur Diskussion zu eröffnen.“

Große Unterstützung kommt ebenfalls von der Freien evangelischen Kirche in Korbach. Pastor Thomas Stracke erklärt: „Die Auswahl der Filme hat mich schnell überzeugt und auch wir freuen uns, diese Filmreihe als Gemeinde zu unterstützen.“

 


Alle Filme im Überblick:

Der Auftakt der Staffel stellt am 24. Oktober, 19.30 Uhr, das biografische Drama der Bremer Hausfrau Rabiye Kurnaz ins Zentrum, die jahrelang für die Freilassung ihres Sohnes Murat aus der Haft im US-Gefangenenlager Guantanamo kämpfte und mit Hilfe eines Menschenrechtsanwalts bis vor den US-Supreme-Court zog. „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ zeigt das Ringen einer couragierten Frau und Mutter. Es ist ein sozialrealistisches Drama über die Suche nach Gerechtigkeit, mit seiner humorvoll-sensiblen Filmsprache .

 

Weiter geht es am 21. November, 19.30 Uhr, mit dem Film „Nawalny“. Der Dokumentarfilm rekonstruiert mit dynamisch-investigativem Gestus die Verfolgung des russischen Oppositionspolitikers Alexei Nawalny durch den Geheimdienst FSB, insbesondere die Zeit ab seiner Vergiftung im Sommer 2020 bis zu seiner Verhaftung im Januar 2021. Nawalnys Nachforschungen und die öffentliche Überführung seiner Verfolger nehmen sich wie ein spannungsgeladener Thriller aus, der den Staatsterrorismus unter Putin demaskiert.

 

Am 12. Dezember, 19.30 Uhr,  heißt es „Come on, Come on“. Es ist die Geschichte eines New Yorker Radioreporters, der sich um den frühreifen Sohn seiner Schwester kümmern muss. Er nimmt ihn mit auf eine Interview-Tour quer durch die USA, bei der er junge Menschen nach ihren Ängsten und Hoffnungen befragt. Während des Trips lernt er nicht nur viel Neues über sich, sondern muss mit seinem Neffen auch eine für beide befriedigende Beziehung aushandeln. Der stille, in Schwarz-weiß gedrehte Film entwirft ein wahres Panorama des Lebens und schafft mit leichter Hand Raum für alle wichtigen Fragen. Ein zutiefst humanistisches Meisterwerk, das so intelligent wie melancholisch flexible Formen der Vergemeinschaftung erkundet und nachdrücklich für die Kraft des zugewandten Gesprächs plädiert.

Die Filmreihe „Kirchen und Kino“ startet in 2023 am 16. Januar, 19.30 Uhr, mit „Große Freiheit“. Die Handlung: Wegen seiner ausgelebten Homosexualität muss ein Mann in der jungen BRD zwischen 1945 und 1969 dreimal ins Gefängnis. Dort trifft er jedes Mal auf einen Mitgefangenen, der ihm beim ersten Kontakt mit homophober Feindseligkeit begegnet. Im Laufe der Zeit aber entwickelt sich immer mehr Verständnis, das in eine ungewöhnliche Freundschaft mündet. Ein kammerspielartiges Drama, das aus dem Mikrokosmos einer Strafvollzugsanstalt heraus von der Kriminalisierung schwuler Männer durch den berüchtigten Paragraphen 175 erzählt.

 

Film Nummer fünf der ökumenischen Reihe läuft am 20. Februar, 19.30 Uhr. „The Father“ handelt von einem 80-jährigen Mann, der sich weigert, trotz seines hohen Alters, seine komfortable Wohnung in London zu verlassen oder eine Pflegekraft zu engagieren. Doch er leidet an Demenz und ist zunehmend verwirrt. Bis sich herausstellt, dass er bereits bei seiner Tochter und ihrem Ehemann wohnt und dringend auf die Hilfe einer Krankenschwester angewiesen ist. Es ist ein packendes Drama um Demenz und Identitätsverlust, das konsequent aus Sicht der Titelfigur erzählt ist.

 

Am 20. März, 19.30 Uhr,  wird der Film „Parallele Mütter“ gezeigt: Eine erfolgreiche Fotografin freundet sich in einer Entbindungsklinik mit einer jungen Frau an, die nach einer Vergewaltigung ein Kind erwartet. Es ist ein vielschichtiges, vorzüglich gespieltes und inszeniertes Melodram um Mutterschaft in ihren biologischen, sozialen und psychologischen Facetten, festgemacht an der Geschichte einer komplexen Frauenfreundschaft.

 

„Maixabel“ ist der Film, der am 24. April, 19,30 Uhr, im Korbacher „CineK“ gezeigt wird. Es ist eine Geschichte von Liebe, Zorn und Hoffnung: Der sozialistische Politiker Juan Marí Jáuregui wird erschossen und das Leben seiner Frau und Tochter damit auf den Kopf gestellt. Ein auf realen Ereignissen beruhendes Drama um eine Frau, die sich auf eine Begegnung mit einem baskischen ETA-Terroristen einlässt, der im Jahr 2000 am Tod ihres Ehemannes beteiligt war.

 

Den Abschluss der Filmereihe bildet am 22. Mai, 19.30 Uhr, der charmante Feelgood-Film „Lunana – Das Glück liegt im Himalaya“. Er handelt von einem jungen Lehrer, der in einem abgelegenen Gebirgsdorf im Himalaya ein Jahr lang Kinder unterrichten soll, obwohl er von einer Sängerkarriere in Australien träumt – ein Film aus Bhutan, der ohne Kitsch und Pathos berührt und Bildung und Achtsamkeit als Formen des liebevollen Miteinanders feiert.



Körbeweise Lebensmittel an die Tafeln übergeben

Zwei volle Einkaufswagen und mehrere Kisten spendeten allein die Menschen aus der Korbacher Stadtkirchengemeinde. Unser Bild zeigt v.l. (v.l.) Hartmut Henkel, Renate Helling, Ingrid Niehaus und Pfarrer Markus Heßler. Foto: Kerstin Kleine
Zwei volle Einkaufswagen und mehrere Kisten spendeten allein die Menschen aus der Korbacher Stadtkirchengemeinde. Unser Bild zeigt v.l. (v.l.) Hartmut Henkel, Renate Helling, Ingrid Niehaus und Pfarrer Markus Heßler. Foto: Kerstin Kleine

Allein von der Korbacher Stadtkirchengemeinde überbrachte Pfarrer Markus Heßler zwei randvoll beladene große Einkaufswagen sowie mehrere große Kisten an haltbaren Lebensmitteln. Allen voran gab es große Mengen an Nudeln, Reis und Mehl, aber auch frisches geerntetes Obst war dabei.

„Wir freuen uns sehr über diese Initiative des Kirchenkreises, denn die Liste der Menschen, die auf einen Berechtigungsschein für die Korbacher Tafel warten wird immer länger“, sagt Renate Helling, Vorstandsmitglied der Korbacher Tafel e.V. Derzeit lägen in Korbach 55 Neuanträge vor, die im Moment noch nicht bedient werden können. Allein in der vergangenen Woche seien elf weitere Anträge hinzugekommen. Die Korbacher Tafel hilft immerhin rund 240 Familien im mit gut 600 Einzelpersonen bei ihrer täglichen Versorgung.

Der Krieg in der Ukraine mit seinen vielen geflüchteten Menschen und gestiegene Lebenshaltungskosten treiben immer mehr Menschen in die Existenznot. Sie alle sind auf die Lebensmittel der Tafeln angewiesen. Die Lebensmittel stammen nicht nur aus privaten Spenden, auch Supermärkte und Lebensmittelhersteller und Bäckereien beliefern die Tafeln mit Lebensmitteln, die kurz vor dem Ablaufdatum sind, mit Obst und Gemüse, dass kleine Schönheitsfehler hat oder mit Backwaren vom Vortag, die nicht mehr ins Verkaufsregal können.

 

„Für uns war der Spendenaufruf in den Gemeinden des Kirchenkreises eine gute Gelegenheit, direkt den Menschen vor Ort zu helfen“, sagt Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Sie dankt allen von Herzen, die sich daran beteiligt haben und betont: „Auch hier steht Kirche immer wieder in der Pflicht, sich gesamtgesellschaftlich zu engagieren.“

Rund 30 Frauen und Männer unterstützen den Verein „Korbacher Tafel“ e.V. und stehen jeweils dienstags und donnerstags bereit. Viele von ihnen sind schon seit vielen Jahren dabei, unter anderem die fast 90-jährige Ingrid Niehaus, für die es seit 2006 eine Herzensangelegenheit ist, den Menschen zu helfen, für die das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit ist.

 

Jeweils am Dienstag und am Donnerstag können in Korbach Lebensmittelspenden aus privater Hand abgegeben werden, gerne auch Haushaltsuntensilien, Hygieneartikel und sehr gut erhaltene Kleidung.

 

Gut die gleiche Menge an Nahrungsmitteln aus der Spendenaktion des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg ist an die Tafel nach Bad Arolsen gegangen, die sich in kirchlicher Trägerschaft befindet. Auch hier war der Dank der ehrenamtlich Engagierten groß



Kirche? Wir sind dabei! – Sie sind unsere guten Seelen

Shannon Scheers                aus Wetterburg

Shannon Scheers ist eine waschechte Wetterburgerin, auch wenn der Name zunächst vielleicht etwas anderes vermuten lässt. „Meine Eltern fanden den irischen Vornamen einfach so schön, dass sie mich so genannt haben, der Nachname stammt von Papa, der aus Belgien kommt“, lacht die 27-Jährige.

 

Shannon ist ein echtes Gewächs der Evangelischen Jugend. Schon im Alter von etwa neun Jahren war sie in der Jungschargruppe von Petra Ullrich in Wetterburg. „Das habe ich in sehr guter Erinnerung. Ob Schlittschulaufen, Pizzabacken oder Spielenachmittage, es hat in der Gruppe immer super viel Spaß gemacht.“

Irgendwann hat sie dann – natürlich mit der Juleica-Card in der Tasche – hat sie eine Mädchengruppe mitgegründet und geleitet. Und Shannon ist seither eigentlich immer dabei, wenn sie gebraucht wird: Church-Night, Konfer-Freizeiten, Ferienfreizeiten – ob mit Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil oder mit der evangelischen Jugend – „das ist immer super.“

 

Irgendwie sei auch so der Wunsch entstanden, soziale Arbeit in Paderborn zu studieren. Ihr Jahrespraktikum für die Fachhochschulreife absolvierte sie ebenfalls bei der Evangelischen Jugend, das Praktikum während des Studiums leistete sie Bad Arolser Bathildisheim, sammelte dort erste Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen. Im Bathildisheim startete sie mit irer ersten Festanstellung.

 

Ein Wunsch schlummerte allerdings schon länger in ihr: Sie wollte als ehrenamtliche Helferin nach Namibia. 2019 wurde daraus Realität. Zehn Monate war sie mit der DRK-Hilfsorganisation „Volunta“ in Windhoek in einem Projekt mit Kindern – musste allerdings wegen Corona schon früher als geplant das Land verlassen. „Ich bin sehr dankbar für diese Zeit“, sagt die 27-Jährige. Dass sie noch einmal in den Flieger Richtung Afrika steigt, ist nicht unwahrscheinlich – schließlich ist sie seit ihrer Rückkehr auch im Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises mit der namibischen Gemeinde in Katutura aktiv.

 

Ihr berufliches Glück hat Shannon jetzt im evangelischen Kindergarten am Königsberg gefunden. Aber eines ist sicher: Für kirchliches Engagement bleibt noch genügend Zeit. Und wenn sie gebraucht wird, ist sie zur Stelle.

 

Sivia Knöß                             aus Mühlhausen

Seit zwei Jahren ist Silvia Knöß Küsterin in der kleinen Kirche in Mühlhausen, seit 2019 ist sie ebenfalls im Kirchenvorstand aktiv. Aber was die 41-Jährige in ihrer Kirchengemeinde alles auf die Beine stellt, ist viel mehr, als es in die beiden „Ämter“ hineinpassen würde.

„Ich finde es ganz wichtig, dass wir die Gemeinschaft im Dorf zusammenhalten. Und wo ginge das besser, als unter dem Dach der Kirche?“ fragt sie.

In der Weihnachtszeit beispielsweise entsteht in der Kirche ein kleines Playmobildorf. „Das ist wie eine Wimmel-Landschaft, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt.“ Zweimal die Woche ziert dann ein gemütlicher Ohrensessel eine Nische des Gotteshauses und es werden Geschichten vorgelesen.

Im vergangenen Jahr waren es 24 Engelsgeschichten und zur Erinnerung an diese Vorlesestunden bastelte Silvia Knöß für alle kleinen und großen Teilnehmer jedes Mal die passenden Erinnerungen – kleine Engel für alle Lebenslagen.

 

Auf ihre Initiative hin wurden auch, passend zur Adventszeit, 75 Adventskalender gebastelt und verpackt. Jeder der daran teilnehmen wollte, musste selbst 24 Päckchen abgeben, dann wurde bunt gemischt, und jeder bekam einen vollständigen Kalender zurück. „Die Resonanz war riesengroß“, freut sich Silvia Knöß, „und zum Zusammenstellen der einzelnen Kalender habe ich alle Stühle in der Kirche in Beschlag genommen.“ Das wirklich Schöne sei gewesen, dass sich Ältere und Jugendliche, Omas und Enkel daran beteiligt hätten und „am Ende hatten alle leuchtende Augen“.

 

Silvia Knöß holt auch stets die angehenden Konfirmanden und Konfirmandinnen mit ins Boot, bastelt mit ihnen die Deko für kirchliche Feste und Feiertage.

 

Die engagierte Mühlhäuserin ist für viele eine feste Anlaufstelle, wenn es ums Koordinieren verschiedener Aktivitäten geht. Sie turnt mit den Kindern und wenn im Ort ein Gemeindemitglied gestorben ist, wird sie mit als Erste angerufen, denn dann muss am frühen Morgen das Totenglöckchen geläutet werden: 30 Mal im Sekundentakt per Hand.

„Was ich hier mache, mache ich von Herzen gern“, sagt sie und genau das hat sie sich zum Lebensmotto gemacht.


Barbara Fischer-Jahn         aus Korbach

Seit über 20 Jahren singt Barbara Fischer-Jahn (55) in der der Evangelischen Kantorei Korbach. Auch in der Corona-Pandemie hat sie Gottesdienste in kleinerer gesanglicher Besetzung begleitet. „Neben meinem Glauben, ist es in erster Linie die Kirchenmusik, die mich mit der Gemeinde verbindet“, sagt sie.

 

Barbara Fischer-Jahn ist in einem Pfarrershaushalt in Bremerhaven aufgewachsen. „Kindergottesdiensthelferin, Jugendfreizeiten – ich habe die Verbindung zur Kirche nie verloren.“ Als Studentin der Musikwissenschaften wohnte sie in Göttingen in einem kirchlichen Wohnheim – „und ich habe damit die christliche Erziehung gerne weitergelebt.“

 

Seit vielen Jahren ist sie zudem im Gemeindeausschuss des Kiliansbezirks aktiv und seit 2010 zusammen mit der Korbacherin Annette Heßler verantwortlich für den Weltgebetstag der Frauen, der einmal im Jahr stattfindet. „Hier ist es besonders die ökumenische Zusammenarbeit, die ich sehr schätze. Und immer wieder lässt mich die Gemeinschaft in den Gottesdiensten und die Weite des Kirchenraums zur Ruhe kommen. Für mich ist kirchliches Engagement eine große persönliche Bereicherung.“

Beruflich ist Barbara Fischer-Jahn heute Alltagsbegleiterin für Menschen, die Unterstützung brauchen.

 

Gitte Striepen                         aus Berndorf

Gitte Striepen (45 Jahre), ist seit drei Jahren Küsterin in Berndorf.

Zu ihrem Engagement in der Kirche ist sie „eher zufällig“ gekommen. „Die Stelle als Küsterin war im Frühjahr 2019 vakant und zunächst aus Spaß meinte ich: ‚Das kann ich doch machen!‘ Dann erst habe ich mich ernsthaft damit auseinandergesetzt, Gespräche mit Pfarrerin Lehmann geführt und auf einmal war die Idee gar nicht mehr so weit entfernt. Ich bin ein Berndorfer Mädel, wurde hier getauft, konfirmiert und getraut und auch unsere beiden Töchter wurden hier getauft“, erzählt sie. „Heute freue ich mich jedes Mal auf meinen Dienst in der Berndorfer Kirche, auf die Gemeinschaft, auf die Zusammenarbeit mit Pfarrerin und Kirchenvorstand, auf die Taufen und Trauungen und auf das ein oder andere Gespräch.“

Wenn Gitte Striepen nicht in oder um die Kirche unterwegs ist, arbeitet sie als Arzthelferin in einer Korbacher Praxis. Zusätzlich ist sie seit April 2021 im Gemeindeparlament.

Eine ihrer großen Leidenschaften war und ist der Handball. „Ich war früher viele Jahre für die HSG Twistetal aktiv und jetzt gehen unsere Töchter dort auf Torejagd.“ Und wenn bei alledem noch ein bisschen Zeit übrigbleibt, „bin ich an den drei Seen im Waldecker Land unterwegs oder verbringe gerne Zeit mit Freunden in unserem Garten.“

Sarah Sophie und            Laura Marie aus Korbach

Sarah Sophia Schmid (15) und Laura Maria Rupprath (16, beide aus Korbach) sind zwei ehrenamtliche Helferinnen in der evangelischen Jugendarbeit, auf die immer Verlass ist. Laura Maria hat bereits einen Start-Up-Kurs absolviert und nennt die Jugendleiter-Card (Juleica) ihr Eigen. „Ich bin vor allem bei Events dabei, und helfe beispielsweise in der Kirche Kunterbunt und bei der Ferienbetreuung der evangelischen Jugend. Es macht mir großen Spaß, mit Kindern zu arbeiten“, sagt sie. „In der Kirche hat man einfach ein gutes Gefühl.“ Und neben dem ganz normalen Schulalltag singt sie im Kinderchor in Goddelsheim.

 

Sarah Sophia liebt es, auf der Bühne zu stehen. Und so gehört sie auch zum Team der Korbacher Freilichtbühne und stand in diesem Jahr bei dem Stück „Hans im Glück“ auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Auch Sarah Sophie hat bereits im Start-up-Kurs gelernt, wie man mit jüngeren Kindern umgeht und kann ihr Wissen in der Ferienbetreuung umsetzen. „Wer mag, kann nach der Konfirmation einfach weitermachen und sich engagieren“, und sie erzählt auch: „Ich finde die Kirche in Korbach cool. Das macht mir wirklich Spaß.“



Gudrun Graß                           aus Meineringhausen

In den vergangenen beiden Monaten war sie beispielweise an sechs Sonntagen als Lektorin unterwegs. Sie fährt dafür von Wethen bis Neukirchen, gestaltet Gottesdienste in Schmillinghausen und Lelbach und predigt eigentlich überall im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg, wo und wann sie gebraucht wird.

Gudrun Graß (70) lebt in Meineringhausen und ist seit 18 Jahren als Lektorin im Einsatz. Sie war zwölf Jahre im Kirchenvorstand, engagiert sich noch heute in der Frauenwerkstatt des Kirchenkreises, war ebenfalls Mitglied der Landesfrauenkonferenz und singt in der Evangelischen Kantorei Korbach.

 

Aus dem Glauben Kraft ziehen

 

Eines ist ihr dabei besonders wichtig: „Was ich mache, das mache ich mit viel Herz. Und wenn ich einen Gottesdienst vorbereite, kann ich alles um mich herum vergessen. Für mich ist das keine Arbeit. Es erfüllt mich.“ Wenn die ehemalige Sparkassen-Mitarbeiterin erzählt, dann spürt man ihren Optimismus. Und den holt sie sich immer wieder durch ein stilles Gebet. Selbst nach einem schlimmen Fahrradunfall vor gut zwei Jahren, hat sie aus ihrem Glauben jede Menge Kraft ziehen können, die ihr wieder auf die Beine geholfen hat. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die mich immer bereichern.“

 

Ob bei so viel Engagement noch Zeit übrigbleibt? „Dann spiele ich in unserer Gitarrengruppe ‚Vielsaitig‘“, lacht sie. Und natürlich hat sie immer Zeit für ihre fünf Enkelkinder und für ihren Mann, mit dem sie in diesem Jahr 50 Jahre verheiratet ist.

 

 

Rüdiger Reis                          aus Mengeringhausen

Das Leben von Rüdiger Reis (79) aus Mengeringhausen ist geprägt von kirchlichem Engagement. Oder vielleicht sollte man in diesem Fall eher sagen: Rüdiger Reis hat durch sein großes Engagement und auch durch seinen unbändigen Optimismus das kirchliche Leben in Mengeringhausen geprägt:

 

Schon als kleiner Junge besuchte er den Kindergottesdienst, mit zehn Jahren etwa war er bei den christlichen Pfadfindern, dann begeisterte ihn ein Diakon aus Korbach für die Kriegsgräberpflege in Frankreich. „Das machte für mich Sinn. Und ich konnte reisen, was später meine Leidenschaft wurde.“ Alle fünf Kontinente hat er in den Folgejahren gesehen, viele mehrfach, mit immer unterschiedlichen Zielen.

 

Insgesamt 24 Jahre war Rüdiger Reis im Kirchenvorstand, „bis ich 70 Jahre alt war“. Das war damals die Altersgrenze. Für ihn war das völlig in Ordnung. Es bedeutete ja nicht, dass er untätig zu Hause bleiben musste. Just wurde er zum Kirchenältesten ernannt und stand fortan beratend dem Gremium zur Seite.

„Ich wollte immer etwas mit Menschen tun“, sagt er, und so arbeitete er über 30 Jahre als Altenpfleger im Waldeckschen Diakonissenhaus Sophienheim (WDS).

 

Rüdiger Reis ist „Leseopa“ in den beiden evangelischen Kindergärten in Mengeringhausen, er liest für die Bewohner des WDS, er ist im Kindergottesdienst-Team, er war 40 Jahre im ehemaligen Kirchenchor und singt jetzt bei den „Happy Singers“, er sitzt ehrenamtlich an der Freibad-Kasse und spielt auch gern bei den Seniorennachmittagen den ein oder anderen Sketch, zusammen mit Pfarrer Uwe Jahnke.

Und wenn bei alledem noch ein wenig Zeit bleibt, lenkt er sein weißes Cabriolet durchs Waldecker Land oder kümmert sich um die blühende Pracht, die sein uriges Fachwerkhaus schmückt.

„Mein Glaube gibt mir Kraft und Zuversicht und im Gottesdienst habe ich einen Ort, wo ich ganz bei mir sein kann. Ich liebe es sehr, durch meine ehrenamtliche Tätigkeit, mit vielen Menschen zusammenzukommen.“

 

Martina Van Herzeele        aus Mengeringhausen

Martina Van Heerzele (55) aus Mengeringhausen ist Erzieherin mit Leib und Seele. Seit 35 Jahren arbeitet sie in der Evangelischen Kita „Regenbogen“, gleich um die Ecke ihres Wohnhauses. „Es ist genau das, was ich schon immer machen wollte, und was ich noch immer liebe“, sagt sie.

 

Als Erzieherin hat sie eine religionspädagogische Zusatzqualifikation und nutzt oft die Gelegenheit mit den Mädchen und Jungen über Gott und die Welt zu sprechen. „Ich vermittele ihnen in erster Linie, dass sie behütet sind, dass es einen liebevollen Gott gibt, an den man sich wenden kann.“

Und bei Fragen von Seiten der Kinder: „Wo wohnt der liebe Gott?“ oder „Hat Gott auch ein Telefon?“ überlegt sie mit allen gemeinsam, um zu einer Erklärung zu kommen. „Ich versuche im Kita-Alltag aber auch, biblische Geschichten spielerisch darzustellen, damit jedes Kind etwas daraus für sich mitnehmen kann“.

 

Seit gut acht Jahren ist Martina Van Heerzele im Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde in Mengeringhausen. „Das ist eine Arbeit, die mir Spaß macht. Wir sind hier ein gutes Team. Wir können gestalten und auch vor Ort etwas verändern“, sagt sie. Und auch als Mitglied in der Verbandsvertretung des Zweckverbandes der Evangelischen Kindertagesstätten Nordwaldeck ist sie aktiv.

 

"Man ist nie alleine"

 

Warum das Engagement in der Kirche? „Weil ich hier gut eingebunden bin. Man ist nie alleine. Und es sind die Begegnungen mit Menschen und die Nächstenliebe, die für mich so wichtig sind. Hier kann ich meinen Glauben leben und immer wieder Kraft daraus ziehen, auch in schwierigen Zeiten.“

 



"Kirche Kunterbunt" zum Start in die Sommerferien

Passend zum Ferienstart veranstaltete die Evangelische Jugend mit der Stadtkirchengemeinde Korbach die zweite „Kirche Kunterbunt“ auf dem Gelände der Johanneskirche. Rund 90 Mädchen und Jungen, Eltern und Großeltern und Freunde waren der Einladung gefolgt.

 

Der Nachmittag stand unter dem Gedanken des Psalm 139: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke“. „Du bist einfach wunderbar“ – an diesem Tag vor den großen Sommerferien, galt es, genau dies für sich zu entdecken. Und es ging vor allem darum, sich selbst zu akzeptieren, so wie man ist. „In Zeiten von Social Media ist das für viele nicht so einfach. In einer Welt von perfekten Bildern, die meisten davon natürlich bearbeitet und mit einem Filter versehen, zweifelt man schnell an sich“, weiß Andrea Busch, Organisatorin der „Kirche Kunterbunt“. Sie hatte zusammen mit ihrem Kunterbunt-Team aus der ganzen Stadtkirchengemeinde und Pfarrerin Sonja Lessing-Rümpler den Nachmittag gestaltet.

 

Passend zu diesem Motto konnten die Mädchen und Jungen an einer von mehreren Spiel- und Bastelstationen eine kleine Schatzkiste basteln. Die meisten verzierten sie liebevoll mit bunten Steinchen und mit viel Glitzer, darauf der Psalm 139: Wer das Kästchen öffnete, entdeckte sich selbst darin in einem Spiegel.

 

Manchmal muss man laut sein

 

Manchmal ist es im Leben wichtig, sich Gehör zu verschaffen, darum konnte man an einer weiteren Station schreien, was das Zeug hält. Hier wurde in Dezibel gemessen; der Rekord lag bei über 120 in der Gruppe. An anderen Stationen entstanden riesige Seifenblasen. Außerdem konnten Kinder und Erwachsene sich Ausprobieren im Erkennen von Bildern aus unterschiedlichen Perspektiven und optischen Täuschungen.

Vor allem die älteren Besucher freuten sich über die Kaffeeklatsch-Station, die Gesprächsimpule zum Thema bereithielt.

Die Idee von Kirche Kunterbunt ist es, Kirche und Glauben aus einem neuen Blickwinkel zu erleben. Kirche Kunterbunt will Generationen zusammenbringen, wild und lustig sein und Kirche mit allen Sinnen erlebbar machen. Es wird zusammen gegessen, gespielt, gesungen, gebetet und geplaudert.

 

Mit vollen Bäuchen starteten dann schließlich alle in das erste Ferienwochenende. Das Team der Kirche Kunterbunt hatte mit Leckereien, süß und kräftig, für beste Verpflegung gesorgt.

 

Gekommen waren verschiedene Familien, ganz unterschiedlicher Herkunft. „Die evangelische Kirche will ein Angebot für alle schaffen“, betont Andrea Busch.

 

Geplant ist, dieses Angebot in Korbach zu etablieren und nach den Sommerferien einen weiteren Nachmittag anzubieten. „Es wäre schön, wenn wir weiterhin Mädchen, Jungen und Erwachsene aus ganz Korbach zur Kirche Kunterbunt begrüßen dürfen“, sagt Andrea Busch.

 

Dazu motiviert die Planerinnen das wohl schönste Kompliment einer Mutter am Ende des Tages: „Das ist Kirche – so wie wir sie uns vorstellen.“



Bernd Böttner predigt vor der Korbacher Kilianskirche

Ein Gottesdienst unter freiem Himmel auf der Wiese vor dem Südportal der Korbacher Kilianskirche: Etwa 150 Besucherinnen und Besucher waren gekommen und starteten so gemeinsam in den Sonntag. Der langjährige Dekan des Kirchenkreises Eisenberg, Bernd Böttner, war mit seiner Frau Monika gern der Einladung der Korbacher gefolgt und gestaltete zusammen mit dem Korbacher Pfarrer Markus Heßler den Gottesdienst.

 

Bernd Böttner wurde bereits Ende Januar aus seinem Amt als Prälat der Landeskirche verabschiedet, welches er zuletzt innehatte. Der Rahmen bei seiner Verabschiedung war entsprechend der Corona-Pandemie klein und so nutzen viele Korbacher am Sonntag gerne noch einmal die Gelegenheit mit Böttners nach dem Gottesdienst ins Gespräch zu kommen. Die beiden lebten bis 2010 immerhin 13 Jahre in der Kreisstadt und gestalteten in dieser Zeit intensiv das Leben in den Gemeinden. Das Ehepaar zieht noch in diesem Herbst von Kassel nach Grebendorf bei Eschwege, in den Heimatort des Theologen.

 

Verabschiedet wurde an diesem Sonntagvormittag nach 20 Jahren im Kirchenvorstand auch Heinrich Stremme. „Auf ihn war immer Verlass und er hat uns viele Jahre mit gutem Rat aber auch mit seinem großen handwerklichen Geschick zur Seite gestanden“, dankte ihm Pfarrer Markus Heßler. Er erinnerte zum Beispiel an den Ofenkuchenstand beim Altstadt-Kulturfest, den „Henner“ Stremme mit seiner Familie organisierte oder die großen Umbauarbeiten beim Einbau der neuen Orgel in der Kilianskirche, bei denen er sich einbrachte.

 

 

Bei Gegrilltem und Getränken blieben viele der Gottesdienstbesucher noch längere Zeit vor der Kirche und nutzten die Gelegenheit, in großer Runde über Gott und die Welt zu reden.

 


Twiste/Waroldern holt den Pokal beim Konfi-Cup

Besser hätte das Wetter kaum sein können beim Konfi-Cup in Landau, aber eben auch nicht heißer: Abkühlung unterm Rasensprenger und jede Menge Wasser zum Trinken ließen den Nachmittag zum besonderen Erlebnis in der Zeit der Vorbereitung auf die Konfirmation. Am Ende stand die Mannschaft aus Twiste/Waroldern als Sieger auf dem Platz.

 

Insgesamt traten sieben Teams am Dienstagnachmittag auf der Sportanlage in Landau gegeneinander an. Gekickt wurde auf zwei Kleinfeldern mit je fünf Spielerinnen und Spielern und je einem Torwart. Die Mannschaften kamen aus der Korbacher Markusgemeinde, aus Walme-Werbetal, Landau, Mengeringhausen, Nieder-Ense/Eppe aus Twistetal/Waroldern und Oberes Twistetal/Helmscheid. Am Ende zählten die erreichten Punkte und die Tordifferenz. Auf dem zweiten Platz landete das Team aus der Korbacher Markusgemeinde vor der Mannschaft aus Meineringhausen.

 

Seit genau 18 Jahren veranstaltet der Kirchenkreis Twiste-Eisenberg den Konfi-Cup und genauso lange zählt Pfarrer Jörg Wagner (Meineringhausen) zu den Organisatoren, seit mehreren Jahren im Team ist auch Pfarrerin Claudia Engler (Rhoden).

 

Tolle Gruppendynamik

 

„Es ist in jedem Jahr ein ganz besonderes Event. Nicht nur, dass die Jugendlichen sich abseits der Konfer-Stunden treffen, die Mannschaften aus dem Kirchenkreis lernen sich auch untereinander kennen und feuern sich schließlich gegenseitig an“, sagt Wagner. „Es ist schön, diese Gruppendynamik zu erleben.“

Die Siegermannschaft fährt auch in diesem Jahr wieder zur Entscheidung auf Landesebene. Am 8. Oktober treten in Marburg-Cappel alle Siegermannschaften aus den Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck an und spielen um den Titel.

Der Konfi-Cup startete nach einem kurzen Impuls von Pfarrer Jörg Wagner. Vor allem Fairness und Respekt standen dabei im Mittelpunkt. Und das haben alle Jugendlichen beherzigt, denn der Nachmittag ging ohne Blessuren über die Bühne und am Abend waren die meisten bestens gelaunt und froh, noch einmal einen Sprung ins Wasser im benachbarten Landauer Schwimmbad zu wagen.

 

Ein großes Dankeschön des Organisatoren-Teams geht auch in diesem Jahr an den Landauer Sportverein. Unter Vereinsvorsitzenden Marco Steinbach fanden die Kicker aus dem Kirchenkreis schon zum wiederholten Male beste Bedingungen auf dem Sportplatz und auch die Versorgung mit Getränken, Würstchen, Pommes und Kuchen war wieder perfekt. Ebenfalls die vier Schiedsrichter wurden für diesen Tag aus dem Netzwerk des Landauer Sportvereins aktiviert.



KIRCH-TOUR mit bestem Wetter und toller Resonanz

Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer allein zählten die Organisatoren beispielsweise in Lichtenfels, darunter auch eine größere Konfi-Gruppe. Beim Gemeindefest in Berndorf herrschte den ganzen Tag über reger Betrieb und der Waffelstand in Mengeringhausen war am Nachmittag ein beliebter Anlaufpunkt. Hungern und dursten musste an diesem Tag garantiert keiner und die geöffneten Kirchen boten ein ruhiges, kühles Plätzchen zum Innehalten und zum Ausruhen. In Korbach gab es unter anderem eine Stärkung am Kilian und Führungen durch die frisch sanierte Nikolaikirche, in Höringhausen und Meineringhausen gab es Gegrilltes, Brezeln und Eis.

 

Ob in größeren Gruppen unterwegs, zu zweit oder auch alleine, immer wieder trafen sich die Radfahrenden an den Verpflegungsstationen, Erfahrungen über zurückgelegte Wegstrecken wurden ausgetauscht und einig waren sich die meisten darüber, die KIRCH-TOUR so bald wie möglich zu wiederholen. Die Zweiradfans kamen bis aus Eschwege angereist oder aus dem südlichen Landkreis, um die landschaftlich schönen Touren auf dem Rad zu genießen.

Zum Gemeindefest hatte dann beispielsweise auch gleich die Berndorfer Kirchengemeinde geladen und lockte damit viele Besucher an, die bei Suppe, Kuchen, Kirchenführungen, Musik vom Posaunenchor „Querblech“ oder auch bei einer Hängepartie an der Turmseilbahn des THW einen wirklich abwechslungsreichen Tag erlebten.

 

Und auch im Upland traten Sportbegeisterte und Sonntagsausflügler in die Pedale und konnte in den vielen geöffneten Kirchen eine Rast einlegen.

Von Korbach aus war auch die Dekanin des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg, Eva Brinke-Kriebel, gestartet, um zunächst einen Zwischenstopp in Berndorf einzulegen. Gut gestärkt ging es für sie weiter nach Mengeringhausen, Bad Arolsen, Massenhausen, Gembeck und zurück nach Korbach. „Es war sehr schön zu erleben, wie viele Menschen an diesem Tag im Kirchenkreis unterwegs waren und wie viele Gespräche an und in den geöffneten Kirchen zustande kamen. Wir haben ein gutes Zeichen gesetzt, dass wir als Kirche viele Generationen an so einem Tag zusammenbringen können“, sagt sie.

 

Zur Eröffnung der KIRCH-TOUR in Goddelsheim war Dr. Volker Mantey, Propst des Sprengels Marburg, angereist. Er gestaltete zusammen mit Pfarrer Klaus Nobiling den Gottesdienst und schickte die Radfahrerinnen und Radfahrer mit Segensworten in den Tag. Gegen Abend gab es von vielen Teilnehmenden eine durchweg positive Resonanz. Viele hatten die Gelegenheit genutzt, einfach mal einen Blick in die Kirche der Nachbargemeinde zu werfen, den Pfarrer oder die Pfarrerin außerhalb des Gottesdienstes kennenzulernen. Etliche Abschluss-Andachten standen auf dem Programm. Kurzum: Eine Wiederaufnahme im kommenden Jahr ist bereits in Planung.



Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Nikolaikirche

Foto:Kerstin Kleine
Architektin Christine Wicke, die Pfarrerinnen Merle Blum und Manuela Wolske, Pfarrer Steffen Blum, die Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Sabine Neuhaus, Bürgermeister Klaus Friedrich und Fritz Willems vom Kirchenvorstand.

Doppelten Grund zum Feiern hatte die evangelische Stadtkirchengemeinde: Am „Geburtsfest der Kirche“ zu Pfingsten nehme sie die Nikolaikirche in ihrem „neuen Gewand wieder in Dienst“, erklärte Pfarrer Steffen Blum – nach mehr als zwei Jahren der Renovierung wurde das gotische Gotteshaus mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet.

 

Feierlich zog der Kirchenvorstand ins Kirchenschiff ein. Ihm sei ein Schauer den Rücken herunter gelaufen, als er wieder das Orgelspiel von Petra Bangert gehört habe, sagte Blum. Auch wenn noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen seien: „Wir freuen uns, dass wir sie wiederhaben – unsere Nikolaikirche.“

 

„Heller, wärmer und mehr Platz“

 

Er erinnerte an die Planungen: „Heller, wärmer und mehr Platz“ – das seien die Wünsche bei der Neugestaltung gewesen. Ziel sei immer gewesen, dass die Menschen sagten: „Das ist meine Kirche, hier fühle ich mich zu Hause.“ In den vorigen zwei Jahren der umfangreichen Bauarbeiten „haben wir viel gelernt“ – gerade, flexibel zu sein.

 

Hinzu kamen die Corona-Beschränkungen – und die neuen Wege der Kirche, um Menschen weiter zu erreichen.

Trotz ihres festen Glaubensfundaments sei Kirche nie fertig, sagte Pfarrerin Merle Blum. Gebäude hätten sich immer gewandelt, wichtig seien die Menschen in einer lebendigen Kirche. Glaubensinhalte müssten immer zeitgemäß zu ihnen gebracht werden, betonte sie.

 

„Wir haben Wert darauf gelegt, dass sich Menschen gern hier aufhalten“, erklärte Pfarrerin Manuela Wolske. Sie sollten „in vielfältiger Art und Weise Gemeinschaft leben“ – ob bei Gottesdiensten, Konzerten oder auch Ausstellungen. Touristen besichtigten die Kirche, Korbacher kämen zur Einkehr, auch Kinder und Konfirmanden sollten sich „hier zu Hause fühlen“.

Sie hoffe dass Künstler die Kirche entdeckten und „dass die Musik Menschen zusammenbringt“ – Geschichte und Gegenwart seien dort verbunden und brächten die Menschen in Verbindung zu Gott.

 

Der markante Turm stehe symbolisch für die Kirche, sagte Merle Blum: Sie müsse klar erkennbar sein, Profil haben – und sie gehöre in die Gemeinschaft. Sie müsse die „Botschaft Jesu weitergeben“. Die neu gestaltete Kirche sei „heller und strahlender“ – aber das Licht der Kirche solle auch nach außen strahlen, die Menschen sollten strahlen – denn: „Meine Kirche lebt von dir und mir.“

 

Fritz Willems sagt Danke

 

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Fritz Willems, dankte nach dem Gottesdienst Bund, Land, Landeskirche, Stadt und Spendern für ihre Unterstützung – waren doch 2,8 Millionen Euro aufzubringen. Der Kostenplan sei eingehalten worden. Der Kirchenerhaltungsfond der Landeskirche habe das Gotteshaus schon zum zweiten Mal aufgenommen, was einzigartig sei.

Christine Wicke vom Bad Arolser Architektenbüro Müntinga und Puy erinnerte an die Vorgabe, die Kirche heller und einladender zu gestalten und sie flexibler nutzbar zu machen. Knapp listete sie die vielen Veränderungen auf.

Kirchen sind das „Herz Korbachs“

„Wer baut, macht sich nicht nur Freude“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich, der erst kürzlich sein neues Büro im Rathaus bezogen hat. Die Renovierung der Nikolaikirche sei gelungen, es sei ein schönes Haus Gottes geworden. Die beiden Kirchen bildeten das „Herz Korbachs“, sie stünden auch für die Bewahrung humanistischer Traditionen und seien sinnstiftend bei „existenziellen Fragen“ – von der Wiege bis zur Bahre. Die Verbindung von Hansestadt und Kirche sei „eng und prägend“.

 

Die Vorsitzende des Fördervereins, Sabine Neuhaus, hob die hohe Spendensumme hervor und zeichnete den langen Planungsprozess nach. Gemeinsames Ziel sei gewesen, die Kirche für die Zukunft zu erhalten. Die Entscheidungen seien nicht immer einfach gewesen. Sie erinnerte gerade an den „schwierigen Entscheidungsprozess“ bei der neuen Farbgebung. Kritik daran, etwa in „Mein Waldeck“, wies sie zurück: „Lassen Sie den Raum unvoreingenommen auf sich wirken.“

 

Der Vorwurf „Eventkirche“ werde dem neu gestalteten Gotteshaus nicht gerecht.

Dank an Sabine Neuhaus und Fritz Willems

Besonders hob Pfarrer Steffen Blum das Wirken von Sabine Neuhaus, und Fritz Willems, hervor: Ohne ihren ehrenamtlichen Einsatz sei die Renovierung so nicht möglich gewesen.

 

Text: Dr. Karl Schilling (WLZ, 7. Juni 2022)



Viele Initiativen von Gemeinden im Kirchenkreis

Ein deutsch-ukrainischer Gottesdienst in Usseln am kommenden Sonntag, vielerorts Friedensgebete und erste Treffpunkte für Kriegsflüchtlinge in Gemeindehäusern, wie beispielsweise in der Korbacher Johanneskirche, oder die erfolgreiche Spendenaktion in Diemelstadt – die Menschen aus den Gemeinden des Kirchenkreis Twiste-Eisenberg positionieren sich, wollen helfen, wo immer es geht. Auch ein erster „Runder Tisch“ in Korbach, mit Organisationen, Institutionen, dem Landkreis, der Stadt, dem Arbeitsamt soll Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine koordinieren und möglichst schnell auf den Weg bringen

 

"Ganze Kraft bündeln"

„Ich bin zutiefst erschüttert, wie lange schon dieser Krieg andauert, wie viele Menschen auf der Flucht sind und welch‘ fürchterliche Bilder uns tagtäglich aus der Ukraine erreichen“, sagt Dekanin Eva Brinke-Kriebel. „Wir müssen jetzt als Kirche unsere ganze Kraft bündeln, um ganz konkret den Menschen hier vor Ort zu helfen. Und wir wollen uns klar positionieren. Kirche ist fester Bestandteil dieser demokratischen Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir uns zu Wort melden“, sagt die Dekanin.

 

Natürlich stecke die Kirche auch in einem Dilemma. Der Krieg bringe Christen in eine schwierige Lage, wenn es um theologische und ethische Fragen gehe. Zum einen ziele

die christliche Botschaft sehr klar auf den Frieden hin, zum anderen gebe es aber auch aus christlicher Perspektive ein Recht zur Selbstverteidigung.

 

„Medienkompetenz und Medienvielfalt“, auch das sind Begriffe, die für Eva Brinke-Kriebel im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg entscheidend sind: „Wir sehen jetzt, wie wichtig es ist, in einem freien Land diese Werte zu bewahren und Menschen durch eine objektive Berichterstattung zu informieren.“

 

"Sprachliche Hürde sehr hoch"

 

Die ersten Hilfsangebote für Ukrainerinnen und Ukrainer, auch über die Grenzen der Konfessionen hinweg, sind im Kirchenkreis gestartet. Am Montag beispielsweise öffnete der Treffpunkt im Gemeindehaus der Korbacher Johanneskirche. Sechs Ukrainerinnen waren zum ersten Termin der Einladung gefolgt und neben einer ersten Kontaktaufnahme standen ganz grundsätzliche Fragen im Vordergrund: Wo muss ich mich anmelden? Kann ich arbeiten? Können die Kinder in die Schule? Wie finde ich eine Wohnung? „Und dabei ist die sprachliche Hürde immens hoch“, sagt Pfarrerin Sonja Lessing-Rümpler. Denn selbst die Jüngeren sprächen kein Englisch.

 

Der Treffpunkt im Gemeindehaus muss zunächst die Möglichkeit bieten, sich zu vernetzen und die grundlegenden Fragen zu klären. „Auch die Kinder sind herzlich zu diesen Treffen eingeladen. Ein Spielplatz ist direkt am Haus, Spielsachen stehen zur Verfügung. Und vielleicht haben einige auch Interesse an den Ferienspielen der Evangelischen Jugend teilzunehmen“, sagt Sonja Lessing-Rümpler.

Kurzum: Auch hier werden helfende Hände gebraucht, von Übersetzerinnen bis hin zu Menschen, die vielleicht auch mal einen Fahrdienst übernehmen.

In der Kilianskirche in Korbach besteht zudem die Möglichkeit, Wünsche, Gebete und Ängste aufzuschreiben, in eine Gebetswand zu stecken und eine Kerze anzuzünden. „Glaube kann schließlich auch helfen, Sorgen und Ohnmacht zum Ausdruck zu bringen und die Hoffnung zu stärken“, so die Dekanin. „Das sind Erfahrungen, die wir auch aus den Friedensgebeten mitnehmen.“

 

Die Bereitschaft zu spenden und zu helfen ist im Kirchenkreis groß. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Eva Brinke-Kriebel. Und viele Strukturen, die sich schon bei der Ankunft von Flüchtlingen im Jahr 2015 bewährt haben, können jetzt wieder aufgenommen werden.

Auch auf Ebene der Landeskirche tut sich einiges, um die Menschen aus der Ukraine zu unterstützen. So sind in den vergangenen Wochen leerstehende kirchliche Immobilien und Wohnungen zu Verfügung gestellt worden:

 

Beispielsweise ist die ehemalige Kirchliche Aus- und Fortbildungsstätte (KIFAS) in Kassel-Bad Wilhelmshöhe inzwischen mit rund 200 Geflüchteten belegt. Auch in Tagungsstätten der Landeskirche wurden Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen: Die Jugendbildungsstätte Frauenberg in Bad Hersfeld beherbergt derzeit 18 Menschen. Auch am Evangelischen Studienseminar in Hofgeismar und im ehemaligen Freizeitheim Niedenstein wurden beispielsweise Wohnungen bereitgestellt.

 

Ehrenamtliche gesucht

 

„Wir haben einen langen Weg vor uns und wir sind auf jede Hilfe angewiesen, um auch noch in mehreren Wochen aktiv sein zu können“, betont die Dekanin. Ob im DRK-Kleiderladen oder im kirchlichen Begegnungscafé – wer unterstützen möchte, kann sich gerne bei Ulrike Bangert im Dekanat des Kirchenkreises melden, Telefonnummer: 05631-61696.



Über Freundschaften, die durchs Leben tragen

Margot Käßmann, Prof. Dr. theol, Dr. h.c., Jahrgang 1958, ist eine evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin. Sie war von 1999 bis 2010 Bischöfin der evangelischen Landeskirche in Hannover und 2009/2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Davor war sie Gemeindepfarrerin, Studienleiterin der evangelischen Akademie in Hofgeismar und Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Von April 2012 bis Oktober 2017 wirkte sie als „Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjulbiläum in 2017. Seit dem 1. Juli 2018 ist sie im Ruhestand. Margot Käßmann ist Mutter von vier erwachsenen Töchtern und sechsfache Großmutter.


„Freundschaft, die uns im Leben trägt“ ist der Titel des 2019 erschienenen Buches von Prof. Margot Käßmann. Die Gemeinden in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sind der Theologin vertraut. Im Schwalm-Eder-Kreis war sie Mitte der achtziger Jahre Pfarrerin in Spieskappel. Und aus dieser Zeit berichtete sie besonders intensiv. Denn hier lernte sie Almut kennen – es wuchs eine Freundschaft, die bis heute hält: „Ihr vertraue ich blind. Ihr erzähle ich alles, was mich bewegt.“ Die Freundschaft zu Almut ist geprägt von Trauer und Glück, von gemeinsamen Erlebnissen und vom Abschiednehmen. „Es hat lange gedauert, bis das Vertrauensfundament vorhanden war, aber es hält bis heute.“

 

Ja, Freundschaften könne man nicht mal so fix eben als solche titulieren – Freundschaften müssen entstehen. Und so zitiert Margot Käßmann in ihrem Buch auch einen amerikanischen Wissenschaftler, der das Wachsen von Freundschaften untersucht hat: Es brauche mindestens 50 gemeinsame Stunden, um sich vom Bekannten zum Freund zu entwickeln, weitere 90 Stunden zu einem guten Freund zu werden und etwa 200 Stunden Beisammensein, damit daraus beste Freunde werden können.

 

Margot Käßmann nimmt natürlich auch Bezug auf die Bibel. Besonders hebt sie die Geschichte Hiobs hervor, der mit seinem Unglück und dem Schmerz ringt. Aber er hat drei gute Freunde, die aus verschiedenen Orten herbeieilen, sich an seine Seite setzen und eine Nacht lang schweigen und ihm dadurch Kraft geben (Buch Hiob, 2,11 – 13). Einfach nur da zu sein und mit dem anderen fühlen zu können, auch das sei wichtig für 

eine tiefe Verbundenheit. Auch viele Frauenfreundschaften spielen in der Bibel eine Rolle, wie beispielsweise die von Rut und deren Schwiegermutter Noomi (Rut 1,14ff) oder auch die Freundschaft zwischen Elisabeth und Maria im Neuen Testament (Lk,1,39ff.) Es lohne sich, nachzulesen , denn „im Grunde genommen biete gerade das Neue Testament eine Grundlage für eine Theologie der Freundschaften“.

Margot Käßmann beschreibt zugleich die Voraussetzungen einer guten Freundschaft: „Es müssen die gleichen inneren Werte vorhanden sein“, gemeint sei keine absolute Harmonie, man müsse auch Streit zulassen, aber die Grundüberzeugungen zum Leben sollten stimmen“, postuliert die Theologin.

 

Gekommen war Margot Käßmann an diesem Abend nach Korbach mit ihrer guten Freundin Ariane. „Ich kenne sie seit 42 Jahren, wir haben zusammen studiert und uns über all die Jahre begleitet“, sagt sie. Und sicherlich war der Abend für die beiden Frauen, nach dem Pflichtprogramm der ehemaligen Bischöfin und Ratsvorsitzenden der EKD, geprägt von einem regen Austausch über Gott und die Welt. Wer weiß, vielleicht haben die beiden auch einfach nur geschwiegen!

 

Organisiert vom Frauenbüro

 

Organisiert hatte die Lesung in der Korbacher Kilianskirche zum Weltfrauentag das Frauenbüro des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Leiterin Beate Friedrich stimmte die Gäste mit einigen Gedanken und Informationen zum Tag ein. Grundgedanke dieses Tages, der 1911 das erste Mal stattfand, ist die

Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen. 1911 kämpfte das weibliche Geschlecht für das Wahlrecht und die Emanzipation von Arbeiterinnen.

 

In Folge der Jahre ging es um die Festsetzung der Gleichberechtigung in den Gesetzen und gerade 50 Jahre ist es her, dass eine Frau ohne Zustimmung ihres Ehemannes ein Konto eröffnen durfte.

Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch schrieb es vor: Wollte eine Frau arbeiten, musste das ihr Ehemann erlauben. Erst 1977 wurde das Gesetz geändert. Bis 1. Juli 1958 hatte der Mann, wenn es ihm beliebte, den Anstellungsvertrag der Frau nach eigenem Ermessen und ohne deren Zustimmung fristlos kündigen können.

 

Dekanin ruft zur Solidarität auf

 

Eva Brinke-Kriebel, Dekanin des Kirchenkreises, hieß Margot Käßmann in Korbach herzlich willkommen. „Wir haben uns alle sehr auf Sie gefreut“, begrüßte sie die ehemalige Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende. „Ihre Offenheit, die Sie mitbringen, ihre gesellschaftlichen und politischen Statements, machen Sie zu der bekanntesten und beliebtesten Theologin Deutschlands.“ Eva Brinke-Kriebel rief gleichzeitig zur Solidarität mit der Ukraine auf und wies auf die Friedensgebete hin, die derzeit vielerorts im Kirchenkreis stattfinden. Die Korbacher Kilianskirche war am Abend des Weltfrauentages in blaues und gelbes Licht gehüllt.




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Unser Ansprechpartnerin:

Kerstin Kleine

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

im Kirchenkreis Twiste -Eisenberg

kerstin.kleine@ekkw.de