Diakonisches Werk berät telefonisch und online

Die Suchtberatung des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg hat ihre Standorte im Landkreis bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Dies dient dem Gesundheitsschutz der Ratsuchenden und Mitarbeitenden in Zeiten der Corona-Krise. 

Damit das Angebot der Beratung auch in Zeiten stark eingeschränkter persönlicher Kontakte aufrechterhalten wird, besteht wie bisher die Möglichkeit, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Die Zentrale in Korbach ist montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr unter der Nummer 05631-60330 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Man kann direkt zu einer der Beraterinnen oder einem Berater weitergeleitet werden oder einen Telefontermin vereinbaren.

Neues Beratungsangebot online

Außerdem hat die Suchtberatung kurzfristig eine Beratungsmöglichkeit per E-Mail über eine verschlüsselte Verbindung eingerichtet. Die Verschlüsselung ist besonders wichtig, da im normalen unverschlüsselten E-Mail-Austausch der Datenschutz nicht gewährleistet ist.  

Ratsuchende können dennoch mit den Fachkräften über eine verschlüsselte und sichere Verbindung über ProtonMail kommunizieren. Sie brauchen dazu lediglich eine E-Mail-Adresse bei Protonmail, die man kostenlos bei https://protonmail.com/de/ anlegen kann.

Die Mailadresse der Suchtberatung des Diakonischen Werks lautet Suchtberatung-DWWF@protonmail.com. Wenn beide Seiten über Protonmail kommunizieren, erfolgt der Mailaustausch verschlüsselt und die E-Mails können nicht von Dritten – auch nicht vom Anbieter des Maildienstes – eingesehen werden. ProtonMail wurde von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Entwicklern in der Schweiz gegründet. Alle Server befinden sich in der Schweiz und alle Benutzerdaten sind durch das strenge Schweizer Datenschutzgesetz geschützt.

Familiäre Konflikte, fehlende Tagesstruktur, Existenzängste

Gerade in Krisenzeiten nimmt das Konsumverhalten bei manchen Menschen zu. Die Hintergründe dafür können vielfältig sein. Sie reichen von familiären Konflikten über fehlende Tagesstruktur bis hin zu existenziellen Ängsten. Mit diesen Schwierigkeiten sind durch die aktuellen Einschränkungen, die dem Gesundheitsschutz dienen, viele Menschen konfrontiert. Verunsicherung und unklare Perspektiven nehmen nach Auskunft des Diakonischen Werkes in der aktuellen Situation zu.

Um Menschen in akuten Krisen oder bei sich anbahnendem Suchtverlangen beraten und unterstützen zu können, sind die Mitarbeiter telefonisch und online erreichbar. Das Angebot besteht unabhängig davon, ob bereits eine Anbindung zur Beratungsstelle besteht oder Menschen erstmalig Kontakt aufnehmen möchten. Auch Anträge auf Rehabilitation werden bearbeitet. Die erforderlichen Unterlagen werden auf postalischem Weg ausgetauscht. Das Ausfüllen der Anträge wird von den Mitarbeitern bei Bedarf unterstützt.  

Auch Angehörige, Kinder, Eltern, Partner oder Freunde von Menschen mit Suchtmittelproblemen, die sich um einen nahestehenden Menschen Sorgen machen, können ebenfalls wie gewohnt die Beratungsangebote nutzen.



Corona: Konfirmationen verschoben

Die Bischöfin von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Beate Hofmann, hatte in der vergangenen Woche die vorübergehende Aussetzung aller Gottesdienste und anderer kirchlicher Veranstaltungen empfohlen. Dieser Empfehlung kommen die Gemeinden im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg nach. "Wir bleiben aber präsent, denn gerade in solchen unsicheren Zeiten ist es uns wichtig, für die Menschen da zu sein und zu beten", verdeutlichte Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Ihr Vorgänger im Amt, Bernd Böttner, inzwischen Prälat der Landeskirche, gab am Dienstag die vom Krisenstab in Kassel gefassten neuen Regelungen bekannt.

Auch das Thema Beerdigungen beschäftigt die Menschen. "Tote zu bestatten, ist ein Werk der Barmherzigkeit", hatte Bischöfin Hofmann in der vergangenen Woche erklärt. Demnach werden im Kirchenkreis Verstorbene auch weiterhin zu Grabe getragen - unter Beachtung der Vorschriften

des Landes, wonach es keine Versammlungen von mehr als 100 Menschen mehr geben darf. Die Landeskirche riet den Kirchengemeinden dringend dazu, den Teilnehmerkreis von Beerdigungen so klein wie möglich und die Trauerfeiern lediglich am Grab zu halten.

Demnach läuten die Gemeinden nun nicht mehr am Sonntag zu den üblichen Gottesdienstzeiten, sondern sollen dies täglich um 12 Uhr tun - und damit zum Gebet einladen: "Für alle Menschen in Angst und Sorge, für die, die in Quarantäne leben, für die im Gesundheitsdienst Tätigen, die vor großen Herausforderungen stehen - und für die Sterbenden", sagte Prälat Böttner am Dienstag. Die Dekanin schlug vor, die Menschen könnten auch zu Hause beten und Kerzen entzünden. Auf einigen Facebookseiten von Gemeinden im Kirchenkreis seien davon bereits Bilder gepostet worden. "Das ist auch eine Form von Gemeinschaft", sagte Brinke-Kriebel. 

Bei den anstehenden Konfirmationen gibt es im Kirchenkreis zwar bisher noch keine einheitliche Regelung, doch zeichnet sich ab, dass die Einsegnungen verschoben werden - zumindest die Konfirmationen bis Ende April werden voraussichtlich in den Spätsommer verlegt. Vorstellungsgottesdienste der Jugendlichen wurden bereits abgesagt. Bei bereits angemeldeten Taufen - wie auf dem Archivbild in der Kirche in Lengefeld - und Trauungen nehmen die Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg Kontakt zu den Familien auf.

"Wir gehen davon aus, dass die Familien auch mit Blick auf ihre eigene Gesundheit dafür Verständnis haben", sagte Eva Brinke-Kriebel. Da bei kirchlichen Trauungen häufig eine große Zahl an Gästen anwesend sei, würden diese Gottesdienste auf einen anderen Termin verlegt.

 

Dekanat für Publikumsverkehr geschlossen

Seit Montag ist die Kirchenverwaltung in der Kilianstraße 5 in Korbach für den regulären Publikumsverkehr geschlossen. Dort sind die Mitarbeiter aber ebenso telefonisch erreichbar wie die jeweiligen Pfarrämter. Informationen vor Ort böten auch die Schaukästen an Kirchen oder Gemeindehäusern. Die Dekanin riet den Menschen im Kirchenkreis, auf ältere und schwächere Mitmenschen zu achten und ihnen nach Möglichkeit Hilfe anzubieten. 

Eva Brinke-Kriebel verwies zudem darauf, dass man für die Zeit der Corona-Krise alternative Gottesdienst- und Seelsorgeformen vorbereite. "Wir können uns gut vorstellen, eigene Videoandachten zu veröffentlichen." In einigen Gemeinden würden auch Andachten auf Papier zum Mitnehmen ausgelegt.  

 

(Text und Archivbild: Sascha Pfannstiel) 



"Zuhause beten, Kerzen entzünden"

Die Bischöfin der EKKW hatte unter anderem empfohlen, Gottesdienste vorerst bis Ende April auszusetzen, Kirchen jedoch offen zu halten, die Glocken zu läuten und zu alternativen Seelsorgeformen überzugehen - Dr. Hofmann bezog sich dabei unter anderem auf Telefongespräche und Mail-Kontakt, regte aber auch Video-Gottesdienste und andere digitale Gebetsformate an. Hier würden entsprechende Angebote auch auf der Homepage ekkw.de und auf der Facebookseite der Landeskirche veröffentlicht.

Die Korbacher Stadtkirchengemeinde entschloss sich am Freitagnachmittag, der Empfehlung von höchster Stelle im Landeskirchenamt nachzukommen. So müssen die Korbacher am Wochenende auf Wochenschlussandacht und die sonntäglichen Gottesdienst verzichten, Andachten in den Senioreneinrichtungen am Nordwall, in der Itterstraße und in der Enser Straße fallen ebenfalls aus. "Wer jedoch möchte, kann am Sonntagmorgen in seine Kirche kommen und dort beten", verdeutlichte die Dekanin, die Glocken würden läuten und es würden auch die Pfarrerinnen und Pfarrer anwesend sein. Man habe zudem die Gelegenheit, eine Kerze anzuzünden. "Man kann auch Zuhause beten eine Kerze anzünden", rät Pfarrerin Manuela Wolske - und hat den passenden Tipp, auf ungewöhnliche Weise Gemeinschaft zu schaffen: "Wer will, macht ein Foto davon und postet es in den sozialen Netzwerken." Dies schaffe zudem die Möglichkeit, sich auf anderen Wegen auszutauschen. Besuche zu Hause, wie sie von Ehrenamtlichen oder Pfarrersleuten angeboten werden, wird es in den kommenden Wochen vorerst nicht mehr geben.

Die Dekanin machte am Freitag aber deutlich, dass Beerdigungen weiterhin durchgeführt würden. Auf alle Familien, die Nachwuchs bekommen haben und in den kommenden Wochen die Taufe des Säuglings feiern wollten, kämen die zuständigen Pfarrer zu. Die noch ausstehenden Vorstellungsgottesdienste Korbacher Konfirmanden fallen dem Corona-Virus zum Opfer, eine Entscheidung über die Durchführung der im April und Mai anstehenden Einsegnungen stehe noch aus. Die Anmeldung der neuen Konfirmanden sollten telefonisch bei den zuständigen Pfarrämtern vorgenommen werden - die dazu ursprünglich geplanten Elternabende fallen nämlich aus Gründen der Vorsicht aus.

Davon betroffen sind nach den Beratungen am Freitagnachmittag auch vorerst sämtliche Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit sowie Chor- und Posaunenchorproben. Bevorstehende Konzerte am Samstag in Wrexen und am Sonntag in Korbach finden ebenfalls nicht statt. Ob ein für Mitte Mai geplantes größeres Konzert in der Kilianskirche über die Bühne gehen kann, werde noch entschieden. Die Korbacher Stadtkirchengemeinde empfahl externen Gruppen, die kirchliche Gebäude für Versammlungen oder zur Gymnastik nutzten, diese Aktivitäten ebenfalls auszusetzen. "Vorschreiben können wir das den Gruppen aber nicht", sagte der geschäftsführende Pfarrer Markus Heßler.

Weitere Informationen gibt der Kirchenkreis in der kommenden Woche bekannt.


"Kirche vor Ort ein Gesicht geben"

Zu Beginn der Tagesveranstaltung ging Dekanin Eva Brinke-Kriebel auf einen ganz wichtigen Aspekt ein – sie reagierte auf die rückläufige Zahl an Gemeindegliedern auch in Kurhessen-Waldeck: „Wir werden weniger, aber nicht weniger wichtig“, verdeutlichte die Dekanin und unterstrich zugleich: „Wir werden gebraucht als Kirche.“ Brinke-Kriebel würdigte das Engagement der anwesenden Mitglieder der Kirchenvorstände: „Danke, dass Sie Kirche vor Ort ein Gesicht geben.“ In schwierigen Zeiten der sich verändernden Gesellschaft zähle es auch zu den Aufgaben, Solidarität und Mitmenschlichkeit zu fördern. Für die eigentlichen Aufgaben benötigten die Kirchenvorstände das Handwerkszeug, das bei dem Seminartag vermittelt wurde. Begleitet von Kantor Stefan Kammerer, sangen die Teilnehmer zur Einstimmung auch gemeinsame Lieder. 

Mit einem Impulsreferat zu „Chancen und Grenzen der Kirchenvorstands-Arbeit“ stimmte Diakon Dr. Ralph Fischer vom Referat Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste der EKKW die rund 70 Teilnehmer auf den Tag ein. Auch Fischer merkte an, dass die Mitglieder der Kirchenvorstände tief in ihren Gemeinden verwurzelt und ein fester Bestandteil gemeindlichen Lebens seien. „Sie haben viel Verantwortung in Ihrem anspruchsvollen Amt, das mit Bedacht wahrgenommen werden sollte“, betonte der Vertreter der Landeskirche, der aber auch auf die Vielzahl an Möglichkeiten verwies. So könne man zahlreiche Angebote unterbreiten und das Gemeindeleben mitgestalten. Bei der Ausübung dieses Ehrenamtes seien die Kirchenvorsteherinnen und -vorsteher keineswegs allein – man wolle an einem solchen Tag die hauptamtlichen Ansprechpartner der Landeskirche vorstellen und appellieren, deren Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das Referat Gemeindeentwicklung und Missionarische Dienste biete nicht zuletzt Seminare und Fortbildungen an, um thematische und praktische Hilfe zu bieten. 

Nach der gemeinsamen Einführung und einer kurzen Aussprache zum Impulsvortrag fanden sich die Teilnehmer in ihren Workshop-Gruppen wieder, in die sie sich nach eigenen Interessen eingewählt hatten. In den Räumen des Gemeindehauses gab es geballtes Wissen aus verschiedenen Themenbereichen: Thomas Iske aus dem Kirchenkreisamt führte in das kleine Einmaleins kirchlicher Finanzen ein, seine Kolleginnen Christine Dilling und Anja Völkel legten ein Fundament zum Thema Bau und Liegenschaften, Pfarrer Armin Beck berichtete von Kooperationen und über die Möglichkeiten des Fundraisings, und Dr. Ralph Fischer brachte seinen Zuhörern die Struktur von Sitzungen näher. In der Kilianskirche diskutierten weitere Teilnehmer mit Pfarrerin Ulrike Joachimi über die Ausgestaltung von Gottesdiensten. 

Die Resonanz auf den Seminartag war überwiegend positiv. Als „beeindruckend und sehr wertvoll“ wertete später zum Beispiel Ralph Utzinger aus Diemelstadt die Veranstaltung. Er hatte sich in die Seminare „Gebäudemanagement“ und „Gottesdienste“ eingewählt. Der 52-Jährige, der ursprünglich aus Rheinland-Pfalz stammt und in Nordwaldeck eine neue Heimat gefunden hat, fühlt sich nach dem Tag „auf jeden Fall gut gerüstet für die Arbeit im Kirchenvorstand.“ Sollte ein solches Angebot wiederholt werden, nehme er es wegen der vielen guten Informationen gewiss in Anspruch, sagte Utzinger. „Ich würde mich sofort wieder anmelden.“ Dass einige der zuvor avisierten Workshops dann doch nicht angeboten worden seien, bedauerte Astrid Jechne aus Meineringhausen. Ihre Alternative – der Themenkomplex Sitzungen – habe ihr aber „sehr gut gefallen“, betonte die 47-Jährige. Sie habe viel Wissenswertes dazu erfahren, wie man Sitzungen vorbereitet und durchführt, was eine Sitzung erfolgreich werden lässt – und was man eher vermeiden sollte. „Es ging zum Beispiel auch darum, dass man eine Sitzung nicht im Wohnzimmer abhalten sollte“, ebenso wenig wie in überhitzten oder eiskalten Räumen. „Der Workshop war sehr lebendig und interessant“, sagte Astrid Jechne, die das Angebot für Kirchenvorstände „sehr gerne angenommen“ habe.  Text und Bilder: Sascha Pfannstiel  


"Situation der Frauen sehr schlecht"

In zahlreichen Gottesdiensten zum Weltgebetstag ging es am Freitagabend im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg sehr musikalisch zu. Das Bild entstand in der Korbacher Markuskirche, wo sich dieser ökumenische Projektchor Jahr für Jahr lediglich für die Feier am ersten Freitag im März zusammenfindet. Foto: Sascha Pfannstiel

 

Mit Liedern und Texten, einem Themenheft und teils auch bei Filmvorführungen erfuhren die Menschen in den Gottesdiensten mehr über das Leben in dem im Süden Afrikas gelegenen Staat. "Die Situation der Frauen dort ist sehr schlecht", sagte beispielsweise Barbara Fischer-Jahn in der Korbacher Markuskirche. Dort waren rund 80 Gäste zum Gottesdienst am Freitagabend gekommen. In der Kreisstadt hatte laut Fischer-Jahn ein gut 20-köpfiges ökumenisches Team aus mehreren Gemeinden sämtliche Vorbereitungen für den Weltgebetstag getroffen. Unter anderem hatte sich wieder ein siebenköpfiger Chor zusammengefunden, der seit vielen Jahren immer "nur" am ersten Freitag im März auftritt und die Feier musikalisch begleitet. In Korbach sangen die Besucher kräftig mit, die im Begleitheft abgedruckten Lieder stammen aus Simbabwe. 

Das Bild auf der Titelseite hat eine Künstlerin aus dem afrikanischen Land gemalt, es symbolisiert das diesjährige Motto: "Steh auf und geh!" Das farbenfrohe Bild zeigt das gesellschaftliche Leben in Simbabwe: Im oberen Teil stellt die Künstlerin von rechts nach links den Übergang von einer dunklen, schwierigen Vergangenheit in eine vielversprechende Zukunft dar. Im unteren Teil des Bildes hat sich die Malerin Nonhlanhla Mathe von der Bibelstelle, der Heilung des Gelähmten (Johannes 5, 2-9 a) inspirieren lassen. Und eben diese Bibelstelle stand im Mittelpunkt des Weltgebetstags. Darin geht es um Jesu Heilung des Gelähmten mit den Worten "Steh auf und geh" - passend zum Gebetstag der Frauen wird Jesus in diesem Bild übrigens von einer Frau dargestellt. 

Über die Situation der Frauen in Simbabwe, das nach langer britischer Führung erst 1980 unabhängig wurde, gewaltsame Konflikte erlebte und wirtschaftlich am Boden liegt, informierten auch drei Briefe dortiger Frauen. Diese wurden im Gottesdienst in Auszügen vorgelesen. Wie auch in Korbach gab es in den meisten Orten nach dem Gottesdienst ein Beisammensein in Kirchen, Gemeinde- oder Dorfgemeinschaftshäusern. Darin tauschten sich die Gäste über Simbabwe und deren Einwohnerinnen aus, sahen sich Fotos aus Afrika an, erfuhren noch mehr über das Land und genossen gemeinsam landestypische Speisen. 


In den Sommerferien Taizé erleben

Das ganze Jahr über sind junge Menschen aus aller Welt zu Gast bei den Brüdern der ökumenischen Gemeinschaft in Taizé, einem kleinen Dorf in Burgund. Der Alltag in Taizé ist geprägt vom gemeinsamen Gebet. In den Sommermonaten sind es meist mehrere tausende Jugendliche, die dort zusammen kommen, um miteinander zu diskutieren, zu singen, zu beten und um im Geist der Brüder der ökumenischen Communauté  zu leben. 

 

Das Leben in Taizé ist sehr einfach. Die Unterbringung erfolgt in Baracken (einfache Mehrbettzimmer), in Großraumzelten oder in selbst mitgebrachten Zelten. Der Bus startet am 5. Juli sehr früh morgens in Korbach. Im Anschluss an die Nacht der Lichter geht es in der Nacht zum Sonntag von Frankreich aus wieder zurück in die Heimat. 

In erster Linie richtet sich die Fahrt an Jugendliche ab 15 Jahren und junge Erwachsene bis 29 Jahren. Die Zahl der Erwachsenen (ab 30 Jahre), die mitfahren können, ist begrenzt. Die Teilnahmekosten betragen für Jugendliche 170 Euro und für Erwachsene 240 Euro. 

Anmeldeschluss ist der 3. Juni. An diesem Tag findet um 18.30 Uhr ein verbindliches Vortreffen im Kilian-Gemeindehaus in Korbach statt.

Nähere Informationen gibt es bei Manuela Wolske, Tel. 05631-2229, manuela.wolske@ekkw.de und Angelika Schneider, Tel. 05631-9379906, angelika.schneider@dekanat-waldeck.de. Anmeldeformulare stehen unter evkirchekorbach.de und dekanat-waldeck.de zum Download zur Verfügung.

(Text/Foto: Manuela Wolske)


Informationen über Frauen in Simbabwe

„Steh auf und geh!” – so lautet der Titel des diesjährigen Weltgebetstags. Das Titelbild, mit dem Namen „Rise! Take Your Mat and Walk” zeigt das gesellschaftliche Leben in Simbabwe: Im oberen Teil stellt die Künstlerin Nonhlanhla Mathe von rechts nach links den Übergang von einer dunklen, schwierigen Vergangenheit in eine vielversprechende Zukunft dar. Im unteren Teil des Bildes hat sich Nonhlanhla Mathe von einer Bibelstelle, der Heilung des Gelähmten (Johannes 5, 2-9 a), inspirieren lassen.

Diese Bibelstelle steht auch im Mittelpunkt der hiesigen Gottesdienste am Freitag: Darin geht es um Jesu Heilung des Gelähmten mit den Worten „Steh auf und geh“. Den Gottesdienst haben Frauen aus Simbabwe vorbereitet. Sie geben darin einen Anstoß, Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung zu erkennen und zu gehen.

Beim Weltgebetstag engagieren sich christliche Frauen über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Der Weltgebetstag weitet den Blick für die Welt. Frei nach seinem internationalen Motto „informiert beten, betend handeln“ macht er neugierig auf Leben und Glauben in anderen Ländern und Kulturen.

„Für mich ist der Gottesdienst zum Weltgebetstag einer der schönsten im Laufe des Kirchenjahres”, bekräftigt Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Man erhalte viele Informationen über das jeweilige Land, aus dem die Gottesdienstordnung komme, und gewinne Einblicke in das Leben der dortigen Frauen. „Was mich am Weltgebetstag aber so richtig bewegt, ist die Tatsache, dass den gesamten Tag über auf der ganzen Welt gebetet wird.” Die Dekanin lädt alle Interessierten ein, an einem der vielen Gottesdienste teilzunehmen. In vielen Fällen gibt es im Anschluss ein geselliges Beisammensein zum Austausch (siehe unten). Auch für Kinder gibt es in einigen Orten besondere Angebote.

 

Die folgenden Informationen über örtliche Angebote lagen vor:

Kirchengemeinde Diemelstadt, Gemeindebezirk Rhoden: 19 Uhr, Grünewaldheim, anschließend gemütliches Beisammensein; Gemeindebezirk Rotes Land: 19 Uhr, Kirche Kohlgrund.

Für Kinder wird der Weltgebetstag am Sonntag, 15. März, um 11.15 Uhr (bis 12.45 Uhr) in Rhoden im Grünewaldheim gefeiert.

Kirchspiel Külte-Schmillinghausen: 19 Uhr, Kirche Külte, im Anschluss gemütliches Beisammensein bei simbabwischen Spezialitäten im Külter Dorfgemeinschaftshaus.

Bad Arolsen: Die ev. Martin-Luther-Gemeinde feiert um 10.15 Uhr im Helenenheim Bad Arolsen, um 19 Uhr in der Freien evang. Gemeinde (Watterweg 1, Bad Arolsen) und um 19 Uhr in Helsen, Lutherhaus.

Mengeringhausen: 19 Uhr, St. Georg-Kirche, anschließend Beisammensein im Nicolaihaus, ausgerichtet durch einen ökumenischen Vorbereitungskreis. Kinder-Weltgebetstag: Sonntag, 8. März, 11.15 bis 13.15 Uhr im Nicolaihaus.

Kirchspiel Landau: 19 Uhr, Kirche Landau, anschließend gemütliches Beisammensein bei Essen und Getränken.

 

Raum Korbach/Lichtenfels:

Korbach: Gottesdienst um 19.30 Uhr in der Markuskirche, anschließend Austausch bei Tee und Snacks. Ökumenischer Kinder-Weltgebetstag: Samstag, 14. März, 10 bis 12 Uhr, Gemeindehaus Kilianskirche.

Kirchspiel Nieder-Ense mit Immighausen, Nieder-Ense, Goldhausen, Ober-Ense und Nordenbeck: Gottesdienst um 19 Uhr in Immighausen, danach gemütliches Beisammensein im ev. Gemeinderaum.

Für die Evangelischen und Katholischen Gemeinden in Hillershausen, Eppe, Niederschleidern, Goddelsheim, Fürstenberg, Rhadern, Sachsenberg, Münden, Neukirchen, Dalwigksthal: Gottesdienst in der katholischen Kirche Hillershausen um 19 Uhr, anschließend Beisammensein in der Mehrzweckhalle Hillershausen. Buszeiten: 18.05 Uhr ab Sachsenberg; 18.15 Uhr ab Neukirchen; 18.25 Uhr ab Münden; 18.30 Uhr ab Dalwigksthal; 18.35 Uhr ab Rhadern; 18.40 Uhr ab Goddelsheim.

Gemeinde Walme-Werbetal (ehemals Meineringhausen, Strothe und Höringhausen): 19 Uhr, Strothe (DGH). Anschließend ist ein gemeinsames Essen und geselliges Beisammensein. Teilnehmende aus Meineringhausen organisieren Mitfahrgelegenheiten selbständig. Ansonsten ist Vermittlung über das Pfarramt (64305) möglich. Teilnehmerinnen aus Höringhausen organisieren Mitfahrgelegenheiten selbständig. Treffpunkt zur Abfahrt ist um 18.30 Uhr am Kirchplatz in Höringhausen.

 

Raum Twistetal, Diemelsee, Upland:

Oberes Twistetal-Helmscheid: 19 Uhr im DGH Gembeck.

Twistetal-Waroldern: 19 Uhr DGH Ober-Waroldern

Gesamtverband Upland: 19 Uhr, Kirche Schwalefeld

Stormbruch: 19 Uhr DGH

Vasbeck: 19 Uhr Kirche, anschließend Beisammensein im (ehemaligen) Pfarrhaus

Wirmighausen: 19 Uhr DGH

 

Weltgebetstag für Kinder am Freitag um 14.30 Uhr im Gemeindezentrum Adorf.

Weltgebetstag für Kinder am Samstag:

Ober-Waroldern 15 Uhr, DGH

Schwalefeld 10 Uhr, Kirche

 

Abfahrtszeiten und -orte für den Bustransfer zur Kirche in Schwalefeld (für das anschließende Beisammensein bitte Suppenteller, Löffel und Tasse mitbringen):

Neerdar, Kirche, 17.55 Uhr

Bömighausen, Gasthaus Ritter 18 Uhr

Rhena, Bushaltestelle Mitte, 18.05 Uhr

Schweinsbühl, Bushaltestelle, 18.15 Uhr

Deisfeld, Mitte, 18.20 Uhr

Eimelrod, Alte Tankstelle, 18.25 Uhr

Usseln, Molkerei, 18.35 Uhr

Rattlar, Friedrichsplatz, 18.45 Uhr

Ankunft Schwalefeld 18.50 Uhr

 

Kleinbusse ab Willingen:

18.45 Uhr, Auto Hellwig

18.48 Uhr, Linnenkerl, Ortsmitte

 

Bustransfer nach Gembeck:

Berndorf 18.20 Uhr, Helmscheid 18.25 Uhr, Mühlhausen 18.35 Uhr. Die Rückfahrt ist für 21.30 Uhr geplant.


Kirche und Handwerk: Viel gemeinsam

Vöhl. Wie viele Gemein-samkeiten das Handwerk und die Kirche haben, ist beim Handwerksgottesdienst am Samstagabend in der Vöhler Martinskirche deutlich geworden. Die vielleicht wichtigste: Ohne Handwerk und ohne Kirche würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Mehr als 100 Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Gottesdienst, den Handwerker aus der Region mitgestalteten. 

 

Handwerksgottesdienste haben in Kurhessen-Waldeck eine lange Tradition. Dass Handwerk und Kirche seit Jahrhunderten eng miteinander verwoben sind, zeigte sich in der Liturgie des Vöhler Pfarrers Jan Friedrich Eisenberg: Gemeinsam mit Peter Grohme vom Arbeitskreis Handwerk und Kirche (AHK) bei der EKKW las er die Geschichte von der Ausbesserung des Tempels (2. Könige 12, 1-16). Darin geht es darum, dass ursprünglich Priester die baufällig gewordenen Teile des Tempels ausbessern sollten, dazu aber handwerklich nicht in der Lage waren. Schließlich wurden fachkundige Arbeiter damit beauftragt und erhielten einen Lohn für ihre Dienste - die frühe Form des beauftragten Handwerkers. Als Handwerker müsse man Gott dankbar sein für die "Fähigkeiten, mit denen wir jeden Morgen zur Arbeit gehen", sagte der Pfarrer. Und welche Fähigkeiten die heimischen Handwerker besäßen, könne man überall in der frisch renovierten Vöhler Kirche sehen. 

 

"Da haben sich die Richtigen gefunden"

"Kirche und Handwerk, das haben sich die Richtigen gefunden", sagte Dekanin Eva Brinke-Kriebel in ihrer Predigt und nannte Gemeinsamkeiten: Eine lange Tradition, gemeinsame Werte, Einstehen für Freiheit und Demokratie, und beide seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft - doch leider würden viele Menschen heutzutage sowohl Kirche, als auch das Handwerk als unattraktiv, verstaubt und langweilig ansehen. Die Dekanin sagte, dass "unsere Gesellschaft die Kirche als Anwältin für Solidarität und Nächstenliebe und soziale Gerechtigkeit" brauche, als "Ort der Gemeinschaft und des Zusammenhalts." Dies gelte auch für das Handwerk. Brinke-Kriebel: "Ohne das Handwerk funktioniert unsere Gesellschaft, unser Leben nicht." Mit einem Augenzwinkern zitierte sie in ihrer Predigt das Motto einer früheren Werbekampagne des Handwerks: "Gott schuf Himmel und Erde, den Rest haben wir gemacht." Das aktuelle Motto "Wir wissen, was wir tun" würden die Handwerker immer wieder deutlich unter Beweis stellen. 

Auch die Dekanin ging in ihrer Predigt auf die Geschichte von der Ausbesserung des Tempels ein. Dass es besser sei, Handwerker zu beauftragen und nicht den Pfarrer die Arbeiten verrichten zu lassen, könne man in der frisch renovierten Vöhler Kirche sehen. Die biblische Geschichte ende mit der Redewendung "Auf Treu und Glauben" - damals hätten die Handwerker keine Rechenschaft ablegen müssen über das Geleistete. "Der König vertraut seinen Handwerksmeistern. Und die Handwerksmeister vertrauen ihren Gesellen." Und der Anspruch aller Handwerker sei es, all ihr Wissen und ihr Können in ihre Arbeit hineinzulegen. "Das gebietet ihnen ihre Ehre. Auf Treu und Glauben." Dies habe sich verändert, sagte Eva Brinke-Kriebel, und vermutlich würden nur noch die älteren Handwerker die Zeiten kennen, in denen Verträge per Handschlag geschlossen wurden. Aber geblieben sei, dass "das Vertrauen wichtig ist. Und dass man dem Handwerk vertrauen kann", sagte die Dekanin. Auch beim Thema Ausbildung sei Vertrauen wichtig. Und dabei, als Handwerker auf seine Stärken und Fähigkeiten vertrauen zu können. Dabei könne man auf den Beistand und die Begleitung Gottes vertrauen. "Auf Treu und Glauben. Das verbindet Kirche und Handwerk", sagte die Dekanin, "und da haben sich tatsächlich die richtigen gefunden." Brinke-Kriebel schloss mit den Worten, die den Handwerkern im Gottesdienst viel bedeuteten: "Gott segne das ehrbare Handwerk." 

Nach dem gemeinsam gesungenen Handwerkerchoral sprachen Pfarrer Eisenberg und mehrere örtliche Handwerker die Fürbitten, in denen es unter anderem um den Dank für Arbeit, Fähigkeiten, Feierabend, Freundlichkeit und Frieden ging - letzteres hatte nach den Ereignissen von Hanau und Volkmarsen eine besondere Bedeutung. 

 

"Handwerkern aus der Seele gesprochen"

"Sie haben vielen Handwerkern aus der Seele gesprochen", sagte an die Dekanin gewandt Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze in seinen Schlusswort. Mütze dankte für die Gastfreundschaft in Vöhl, seinen Berufskollegen für das Mitwirken im Gottesdienst und dem evangelischen Bläserchor Marienhagen unter der Leitung von Johanna Tripp für die musikalische Ausgestaltung. Nicht ohne Stolz griff Mütze das Motto des Abends auf und reklamierte für das heimische Handwerk: "Wir wissen, was wir tun. Das macht gelassen und demütig." Eine Kostprobe handwerklichen Könnens im wahrsten Wortsinne konnten die Besucher nach dem Gottesdienst genießen: Die Besucher ließen sich Brot und Brötchen der Bäckerei Raabe aus Herzhausen, belegt mit Aufschnitt aus der Produktion der Vöhler Metzgerei Schneider, schmecken. Im geselligen Teil informierte der Malermeister Hartmut Bugdoll über ein Kirchenburgen-Projekt in Rumänien: In Pretai werden jungen Menschen handwerkliche Kenntnisse vermittelt. Die Kollekte aus dem Handwerksgottesdienst kommt diesem Projekt zugute. 


Bischöfin beeindruckt von Ehrenamt

Twiste-Eisenberg. Großes ehrenamtliches Engagement, die Schwierigkeiten bei der Unterhaltung historischer Kirchen oder die Besonderheiten seelsorgerischer Arbeit in der weitläufigen Fläche des ländlichen Raums hat Dr. Beate Hofmann bei ihrem Antrittsbesuch im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg kennen gelernt. Die neue Bischöfin der EKKW zeigte sich bei ihrer ganztägigen Rundreise äußerst interessiert und bot bei der Lösung bestehender Probleme ihre Hilfe an. 

 

Dass Kirche kein starres Konstrukt ist, wurde in den vergangenen Jahren in Korbach deutlich: Hier sind die einzelnen Bezirke zu einer Stadtkirchengemeinde fusioniert. Unter anderem von Kirchenkreisamtsleiter Bernd Merhof ließ sich die Bischöfin über die finanziellen Hintergründe informieren. Zuvor hatte Dekanin Eva Brinke-Kriebel die Besucherin aus Kassel in Besonderheiten aus dem Kirchenkreis eingeweiht und in dessen Strukturen eingeführt. In der Kilianskirche in Korbach bewunderte die Bischöfin dann später unter anderem das 500 Jahre alte Altarbild des Franziskanermalers.

Die Rundreise führte Dr. Beate Hofmann dann ins Upland, wo der Besuch der romanischen Kirche von Welleringhausen anstand. Friedrich Behlen vom Kirchenvorstand blickte in die Geschichte der kleinen Wehrkirche, die im Jahr 1351 erstmals urkundlich erwähnt wurde und aktuell von Pfarrerin Stephanie Stracke betreut wird. Unter den 72 Kirchen im Kirchenkreis gibt es 26 romanische, deren Unterhaltung besondere finanzielle Aufwendungen bedeutet. "Dies wollten wir der Bischöfin bei ihrem Besuch auch verdeutlichen", betonte die Dekanin.

Die Finanzen waren dann auch Thema bei der nächsten Station: Im Willinger Ortsteil Schwalefeld gewährte die dortige Gemeinde Einblick in die Pilgerkirche. Rund 10.000 Menschen besuchen jährlich das Gotteshaus, in dem sich verschiedene Stationen eines Pilgerweges, eine Klagemauer und ein Wasserfall befinden. Pfarrerin Katrin Schröter und die ehrenamtlichen Helferinnen führten Bischöfin Dr. Hofmann zu den einzelnen Stationen, erläuterten diese und gaben Einblick in die aufwendige Arbeit - so gilt es, die Kirche häufig umzugestalten, besondere Veranstaltungen wie Konzerte oder ein besinnliches Valentins-Dinner durchzuführen. Die örtliche Pfarrerin verdeutlichte, dass die Finanzierung die größte Schwierigkeit darstelle, würden sich doch die Zuweisungen der Landeskirche an den 350 Einwohnern des Ortes und nicht an den weitaus mehr Kirchenbesuchern orientieren. Um pro Jahr 10.000 Teelichte, unzählige Blumen und Material zur Ausgestaltung anzuschaffen, Prospekte drucken zu lassen, den hohen Wasserverbrauch durch Toilettengänge der Gäste zu zahlen oder Handwerkerrechnungen zu begleichen, sei die Gemeinde auf Spenden angewiesen. Der Willinger Bürgermeister Thomas Trachte, der die Zusammenarbeit zwischen politischer und Kirchengemeinde als vorbildlich wertete, äußerte sich kritisch zur fehlenden finanziellen Ausstattung. Generell regte der Verwaltungschef eine Sozialsteuer an, mit der der Staat auf die sinkende Zahl an Kirchenmitgliedern und die dadurch fehlenden Steuern reagieren müsse. Die Bischöfin, die als Andenken einen Pilgerstab geschenkt bekam, lobte das beeindruckende Engagement in Schwalefeld. 

Im Norden des Kirchenkreises besuchte Dr. Hofmann schließlich die Städte Bad Arolsen und Diemelstadt. In der Residenzstadt führte ein Stadtrundgang vom Residenzschloss bis hin zum Internationalen Suchdienst (Arolsen Archives), dessen Arbeit erläutert wurde. Nach einer Andacht und einem Abendessen in Rhoden nahm die Bischöfin schließlich an der Sitzung des Kirchenkreisvorstands teil.                                                                             (Text und Fotos: Sascha Pfannstiel)


"Ein Zeichen setzen für Toleranz"

Korbach. Zwei Tage nach dem mutmaßlich rechtsextremen Terrorakt in Hanau mit insgesamt elf Toten sind am Freitagabend rund 250 Menschen zu einer Mahnwache vor der Korbacher Kilianskirche zusammengekommen. Sie gedachten der Opfer und sprachen sich deutlich gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aus.

 

"Wir möchten unser Mitgefühl mit den Opfern des Hasses zeigen und gemeinsam ein Zeichen setzen für ein tolerantes Miteinander in unserer Stadt und unserem Land", hatte am Freitagmittag Dekanin Eva Brinke-Kriebel erklärt, nachdem Ursula Müller vom "Netzwerk Toleranz" die Mahnwache angeregt hatte. Zahlreiche Menschen folgten dem Aufruf, der sich rasch auf verschiedenen Wegen in der Stadt verbreitet hatte. Einige der Teilnehmer hatten spontan Plakate gestaltet, auf denen sie sich gegen Fremdenfeindlichkeit aussprachen, andere brachten in Gedenken an die Opfer von Hanau Kerzen oder Blumen mit. Mehrere Redner machten deutlich, dass unsere Gesellschaft den Rechtsextremismus nicht dulden dürfe.

 

Anette Pries vom Bürgerbündnis für ein weltoffenes und tolerantes Korbach erinnerte an den Hessentag in Korbach, bei dem vor der Kilianskirche das "Café International" gab, bei "dem wir mit Menschen aus vielen Nationen unser Zusammenleben gefeiert haben." Nun stehe man erneut hier - "traurig, erschüttert, entsetzt und zornig nach dem Attentat von Hanau, verübt aus Hass auf das Fremde, aus Rassismus, aus Verachtung für Menschen mit ausländischen Wurzeln." Pries machte deutlich, dass die Toten von Hanau nicht Opfer eines Irren geworden seien, sondern Opfer einer rechtsterroristischen Ideologie. "Sie wurden nicht Opfer eines verrückten Einzeltäters, sie wurden Opfer derjenigen, die die Atmosphäre schaffen, in der sich Mörder getragen und gerechtfertigt fühlen", sagte Anette Pries. Man sei nun zusammen gekommen, um diesem zerstörerischen Hass entgegenzutreten.

 

Bürgermeister Klaus Friedrich rief auf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, gegen rechte Gewalt und Hass, gegen "die Kräfte, die unser demokratisches Grundwesen spalten wollen." Der Rathauschef betonte, dass rechtsradikale Verschwörungstheoretiker das Klima in der Gesellschaft vergiften würden. "Ein Zusammenhang zwischen rechten Hasspredigern und rechten Gewalttaten ist unbestritten", verdeutlichte der Bürgermeister.

 

Sensibel sein für kleine Anfänge von Hass und Gewalt
Man sei "erschüttert, traurig, fassungslos", sagte Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Es sei wichtig, als christliche Kirchen Mitgefühl und Solidarität deutlich zu machen. "Wir trauern mit den Familien und Freunden der Opfer und schließen sie und die Opfer in unsere Gebete mit ein." Die Dekanin sagte, die rassistisch motivierte Gewalttat von Hanau erinnere auch an den Mord an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke oder den Anschlag auf die Synagoge in Halle. Brinke-Kriebel appellierte an die Menschen, sich noch deutlicher einzusetzen für ein friedliches und tolerantes Miteinander und noch sensibler zu werden für die kleinen Anfänge von Hass und Gewalt "auch hier bei uns." Sie zeigte sich dankbar für den guten Kontakt auch zwischen den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Die Sehnsucht nach Frieden verbinde die Menschen - ebenso die Absage an jede Form von Gewalt und Rassismus.

 

Muhammed Balkan von der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Korbach sagte, die Mahnwache gegen Rassismus sei ermutigend. "Wir alle wollen hier ein Zeichen setzen für Toleranz, Mitmenschlichkeit und für Respekt." Niemand dürfe wegen Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Hautfarbe diskriminiert werden, betonte Balkan. "Wir als die Türkisch-Islamische Gemeinde in Korbach rufen auf zum friedlichen Miteinander in unserer Gesellschaft." Als Mitglied des neu gegründeten Arbeitskreises "Region gegen Rassismus" sagte Karl-Heinz Stadtler, immer wieder sei ein gewisser "Alltagsrassismus" zu spüren. Jedwede Äußerung von Rassismus dürfe man aber nicht unwidersprochen lassen. Applaus löste Stadtlers deutliche Feststellung aus: "Mit Rassismus will niemand etwas zu tun haben."

 

Nach einem schweigenden Gebet gingen die Teilnehmer der Mahnwache auseinander, einige stellten Kerzen zum Gedenken an die Opfer vor dem Portal der Kilianskirche auf. 


Sprungziel

Neue Synode wählt Martina Steuber

Martina Steuber (Sechste von links) wurde zur Vorsitzenden der Kreissynode im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg gewählt. Das Bild zeigt die Mitglieder des neuen Kirchenkreisvorstandes (von links): Susanne van Gevelt, Jochen Klein, Pfarrerin Claudia Engler, Martin Gerhard, Christian Hellwig, Präses Martina Steuber, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, die Pfarrer Uwe Jahnke und Christian Röhling, die Pfarrerinnen Birgit Basteck und Christel Wagner, Cora Viesehon und Karin Bitter-Schwalenstöcker. (Foto: Markus Heßler)

 

Martina Steuber ist die neue Vorsitzende der Kreissynode im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg. Die Korbacherin steht während der nächsten sechs Jahre dem Kirchenparlament vor.

 

Nach den Kirchenvorstandswahlen im September tagte Ende Januar erstmals die neue Kreissynode. Die Mitglieder vertreten die Gemeinden im Gebiet des Kirchenkreises, der sich von Diemelstadt im Norden über Volkmarsen, Twistetal und Korbach bis nach Sachsenberg im Süden erstreckt und in West-Ost-Ausrichtung von Willingen über Diemelsee bis nach Landau reicht. Im Gemeindehaus der Markuskirche in Korbach kamen von 98 Stimmberechtigten 83 zusammen.

 

Nach einer gemeinsamen Abendmahlsfeier mit modernen geistlichen Liedern blickte Dekanin Eva Brinke-Kriebel auf wichtige Entwicklungen seit der vergangenen Synode zurück. Die Dekanin ging auch auf die Rolle der Kirche ein: "Wir sind ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und bringen viele gute und wichtige Impulse mit ein", sagte Eva Brinke-Kriebel. Man sei aktiv in der Diakonie, in Kindertagesstätten, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Kirchenmusik. "Daneben gibt es in unseren Kirchengemeinden ein vielfältiges buntes Leben, das dazu einlädt, den Segen Gottes selbst zu empfangen und zu spüren und ihn weiterzugeben." Um die positiven Seiten von Kirche und Glauben noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, habe der Kirchenkreis seit Februar Sascha Pfannstiel als einen Referenten für Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Derzeit noch ausgeschrieben sei eine Stelle in der Jugendarbeit.

 

Die Wahlen zum Kirchenkreisvorstand ergaben folgende Ergebnisse: Neue Vorsitzende der Kreissynode (Präses) ist Martina Steuber aus Korbach, ihre Stellvertreterin ist künftig Pfarrerin Birgit Basteck (Landau). Weitere geistliche Mitglieder neben der Dekanin sind die Pfarrer Uwe Jahnke (Mengeringhausen) und Christian Röhling (Willingen). Zu ihren Stellvertreterinnen gewählt wurden die Pfarrerinnen Claudia Engler (Diemelstadt-Rhoden) und Christel Wagner (Meineringhausen). Ehrenamtliche Mitglieder des neuen Kirchenkreisvorstands sind Karin Bitter-Schwalenstöcker (Lengefeld), Jochen Klein (Volkmarsen) und Susanne van Gevelt (Diemelstadt-Rhoden). Stellvertretende Laienmitglieder sind Christian Hellwig (Willingen), Martin Gerhard (Vasbeck) und Cora Viesehon (Hörle).

 

Aufgaben der Kreissynode

 

Wie ein kommunales Parlament befasst sich die Kreissynode als Leitungsgremium unter anderem mit den Finanzen des Kirchenkreises, mit den Gebäuden oder Personalien. Die Synodalen bilden auch Ausschüsse, in denen vor allem die Laienmitglieder ihre Fähigkeiten und Kenntnisse aus ihren Berufen einbringen können. Üblicherweise tagt die Kreissynode zweimal im Jahr, im Frühling und Herbst.

 

Die nächste Synode findet am 27. März in Bad Arolsen statt. Dort werden die Ausschüsse abschließend besetzt. Die Synodalen beraten zudem den Haushaltsplan und werden das Zahlenwerk voraussichtlich auch beschließen.

 

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